Die Stimmung in Düsseldorf könnte nicht angespannter sein. Fortuna Düsseldorf, einst ein Stolz der Stadt, hat den bitteren Gang in die 3. Liga antreten müssen. Platz 17 – das klingt nicht nach dem Glanz vergangener Tage, als die Fortuna sich 1932/33 die Meisterschaft sicherte und nicht weniger als zweimal den DFB-Pokal (1979 und 1980) in den Himmel stemmte. Doch die Realität ist eine andere. Zwei Drittel der Mannschaft sind ohne Vertrag, und die Einnahmen – die bröckeln wie ein altes Mauerwerk. Die düstere Prognose: Ein möglicher Spieler-Exodus steht im Raum, und die Frage, ob Personal abgebaut werden muss, schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Verein.

Sport-Vorstand Sven Mislintat steht nun vor der Herausforderung, eine neue Mannschaft zu formen, während er gleichzeitig die dramatische Lage des Klubs im Blick hat. Eine sofortige Wiederaufstiegs-Ansage kann er nicht machen, was die Situation nicht gerade erleichtert. Christian Keller, der ehemalige Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln, warnt eindringlich vor einer negativen Haltung im Verein. „Ein Umdenken ist dringend nötig!“, so seine Worte. Er verweist auf das Beispiel des SSV Ulm, der nach einem Abstieg in die 3. Liga letztlich sogar in die 4. Liga fiel. Das klingt wie ein Horrorszenario, das sich niemand wünscht.

Die bittere Realität

Das Saisonende wird von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller als „bitter“ bezeichnet. Eine schonungslose Analyse sei nun gefragt. Und ja, die vergangene Saison war wahrlich verkorkst. Vor zwei Jahren scheiterte das Team in der Relegation gegen den VfL Bochum – im Elfmeterschießen, versteht sich. So viel Drama, und jetzt dieser Abstieg. Die Stadt Düsseldorf zeigt sich jedoch gesprächsbereit, um den Verein in schwierigen Zeiten zu unterstützen. Gespräche rund um die Stadionmiete für die MERKUR SPIEL-Arena sind im Gange. Immerhin: Ein wenig Licht am Ende des Tunnels.

Doch nicht nur sportlich, auch wirtschaftlich hat der Abstieg seinen Preis. Die sinkenden Einnahmen aus TV-Geldern und Zuschauereinnahmen werden die Finanzen des Vereins stark belasten. Auch die U23 muss die viertklassige Regionalliga West verlassen, obwohl sie die Klasse gehalten hat. Und was wird aus dem charmanten Projekt „Fortuna für alle“, das freien Eintritt für Zuschauer bietet? Das könnte gefährdet sein, und das wäre wirklich schade.

Gesellschaftliche Bedeutung und Ausblick

Dennoch darf man nicht vergessen, welche gesellschaftliche Rolle der Profifußball spielt. Laut einer Studie von McKinsey vereint der Profifußball verschiedene gesellschaftliche Gruppen und ist ein Wachstumsmotor der deutschen Volkswirtschaft. Jeder Euro, der im Fußball umgesetzt wird, generiert im Durchschnitt zwei Euro Wertschöpfung in angrenzenden Bereichen. Und das ist nicht zu unterschätzen. Profifußball ist mehr als nur ein Spiel – er steht für Emotionen, regionale Verankerung und soziales Engagement.

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Die Fortuna hat in ihrer Geschichte viel erlebt und bewiesen, dass sie immer wieder aufstehen kann. Die Band Toten Hosen, besonders Frontmann Campino, sind leidenschaftliche Edelfans des Vereins. Das zeigt, dass die Fortuna nicht nur ein Fußballverein ist, sondern ein Teil der Düsseldorfer Identität. Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Ob die Fortuna die Kurve kriegt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Die Fans werden auch in dieser schweren Zeit hinter ihrem Verein stehen.