In Bottrop tut sich was im Nahverkehr! Ab dem 1. Juni 2023 wird der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) die zweite Stufe seiner Tarifreform einführen. Das bedeutet, dass es für viele Fahrten von Bottrop in die umliegenden Nachbarstädte deutlich teurer wird. Das Zwei-Waben-Ticket, das viele Jahre lang Teil des Tarifsystems war, wird abgeschafft. Und das hat Folgen – für die Geldbörse, um genau zu sein. Wer in Zukunft mit dem Bus vom ZOB zum Centro oder zwischen Kirchhellen und Dorsten fahren möchte, muss dafür stolze 7,80 Euro berappen, anstelle der bisherigen 3,80 Euro!
Die Preisstufen bleiben zwar für Fahrten innerhalb Bottrops und Gladbecks gleich (3,80 Euro), aber wehe dem, der in benachbarte Städte reist. Preisstufe B gilt dann ohne Ausnahme für alle Fahrten über die Stadtgrenzen hinaus. Eine wahre Preiserhöhung für Pendler und Gelegenheitsfahrer! Die historischen Ausnahmen des Waben-Prinzips? Weitgehend gestrichen, denn sie wurden von weniger als 1% der Kunden genutzt. In Bottrop könnte die Zahl der Nutzer des alten Systems jedoch etwas höher liegen, insbesondere bei den Bussen der Linie X42.
Ein neuer digitaler Weg
Die gute Nachricht? Mit dem digitalen Ticket „Eezy“ können Fahrgäste Geld sparen. Die App ermöglicht es, beim Einsteigen einzuchecken und beim Aussteigen auszuchecken – ganz einfach. Die Preise für Eezy-Tickets in Bottrop und Kirchhellen variieren zwischen 2,89 Euro und 5,79 Euro, abhängig von der Strecke. Innerhalb von Bottrop und Gladbeck bleibt der Preis nie höher als 3,80 Euro. Aber aufgepasst: Wer mehr als 63 Euro pro Monat für das digitale Ticket ausgibt, kann bis Monatsende kostenlos in ganz NRW fahren. Ein echter Vorteil für Vielfahrer und Gelegenheitsnutzer!
Die Reform hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen – die Zahl der Eezy-Tickets hat sich nahezu verdoppelt und erreichte bereits 5,73 Millionen. Im Jahr 2025 wurden im gesamten VRR-Raum 24,2 Millionen Einzeltickets verkauft. Es ist offensichtlich: Die Menschen greifen zunehmend zu digitalen Lösungen.
Ein Blick auf die Zukunft
Ab dem 1. Juni 2024 wird die nächste große Änderung im VRR-Tarifsystem wirksam. Nach 45 Jahren wird das Zwei-Waben-Tarifsystem endgültig abgeschafft. Stattdessen wird es klar definierte und einheitliche Preisstufen geben, die den gesamten Verbund betreffen. Interessanterweise werden große Städte wie Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal jeweils eigene Tarifgebiete erhalten. Innerhalb dieser Gebiete gilt dann Preisstufe A. Pendler zwischen den Städten müssen jedoch oft tiefer in die Tasche greifen und Preisstufe B (7,80 Euro) für analoge Tickets kaufen.
Der Fahrgastverband PRO BAHN NRW hat allerdings Bedenken geäußert. Besonders an Stadtgrenzen, wo oft nur wenige Kilometer oder Haltestellen zwischen den Städten liegen, müssen Fahrgäste für kurze Strecken hohe Preise zahlen. Ein Beispiel gefällig? Die Fahrt von Essen nach Mülheim über eine Grenz-Haltestelle kostet schon mal 7,80 Euro. PRO BAHN NRW fordert die Fahrgäste auf, ihre Beschwerden direkt an den VRR zu richten – nicht an die einzelnen Verkehrsbetriebe. Ein bisschen mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Fahrgäste würde dem System sicherlich gut tun.
Die große Tarifreform
Die umfassende Tarifreform im VRR, die am 1. März 2025 starten wird, sieht eine Reduktion des Ticketangebots um 75 Prozent vor. Die Einführung des DeutschlandTickets und seiner Varianten sowie des elektronischen Tarifs eezy.nrw wird den Fahrgästen sicherlich neue Möglichkeiten eröffnen. Besonders Vielfahrer profitieren vom DeutschlandTicket, während Gelegenheitsnutzer vermehrt auf eezy.nrw setzen. Der Gesamtabsatz von Tickets stieg 2025 gegenüber dem Vorjahr um über 100 Prozent – ein klares Zeichen für den Trend zum digitalen Ticketkauf.
Die Zukunft des Nahverkehrs in Bottrop und darüber hinaus wird also spannend. Die Tarifreform soll nicht nur die Komplexität reduzieren, sondern auch besser an die tatsächlichen Verkehrsströme angepasst werden. Die Mobilitätsbedürfnisse der Fahrgäste, insbesondere der Gelegenheitsfahrer, spielen eine zentrale Rolle. Man darf gespannt sein, wie sich die neuen Regelungen auf das Fahrverhalten der Bottroper auswirken werden!