Heute ist der 28.06.2026, und die Reitsportwelt schaut gebannt auf Aachen. Ein wenig Wehmut schwingt jedoch in der Luft, denn die vierfache Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl hat ihre Teilnahme an der Dressur-WM in Aachen abgesagt. Wie sie am Sonntag über ihre sozialen Netzwerke bekannt gab, verzichtet sie freiwillig mit ihrem Pferd Times Kismet, liebevoll „Kiss“ genannt, auf die Sichtung in Hagen, die für den 11. August angesetzt ist. Es ist eine Entscheidung, die nicht leicht gefallen sein kann, aber sie hat sie in enger Absprache mit den Besitzern von Kiss getroffen, um dem talentierten Pferd mehr Zeit zu geben.

Kiss, eine elfjährige Stute, steht nun am Anfang ihrer ersten Grand-Prix-Saison. Der Druck, der mit der Wettkampfsituation einhergeht, soll in dieser sensiblen Phase vermieden werden. „Ich möchte das Talent von Kiss ohne zusätzlichen Druck aufbauen“, erklärt von Bredow-Werndl und hebt die Verantwortung hervor, auch auf Chancen zu verzichten, wenn es langfristig der richtige Weg ist. Es ist eine weise Entscheidung, die zeigt, dass im Pferdesport nicht nur Medaillen zählen, sondern auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere.

Ein schwerer Verlust und neue Herausforderungen

Ein weiterer Grund für diese Entscheidung ist der traurige Verlust ihres Spitzenpferdes Diallo, das Anfang des Jahres verstorben ist. Die Trauer um diesen Verlust sitzt tief, und es ist schwer vorstellbar, wie viel emotionale Arbeit hinter der Vorbereitung auf eine solch prestigeträchtige Veranstaltung steckt. Jessica von Bredow-Werndl hat bereits Goldmedaillen in Tokio 2021 und Paris 2024 gewonnen, doch der Weg dorthin ist oft gepflastert mit Entbehrungen und Rückschlägen.

Ingrid Klimke und Charlott-Maria Schürmann haben ebenfalls ihre Teilnahme an der WM-Sichtung abgesagt. Schürmann kann nicht antreten, da ihr Pferd Dante’s Pearl laut Reitverband FN nicht wettkampffähig ist. Sie hatte sich bei der deutschen Meisterschaft schon einen Platz im Nationalteam gesichert, aber die Umstände haben sie gezwungen, sich zurückzuziehen. Auch Klimke hat sich aufgrund der Unfitheit ihres Hengstes Vayron entschieden, nicht teilzunehmen. In der Zwischenzeit wird Raphael Netz mit seinem Pferd Great Escape Camelot nachrücken. Ein bisschen chaotisch, aber so ist es im Sport – immer wieder neue Wendungen!

Ein Blick nach vorne: Die WM in Aachen

Die WM in Aachen, die am 15. August 2026 stattfinden wird, verspricht trotz dieser Rückschläge ein aufregendes Event zu werden. Im Stadion 3 des Allianz Parks werden die Medaillenentscheidungen im Gruppen-Voltigierwettbewerb ausgetragen. Der Wettbewerb besteht aus zwei Prüfungen in zwei Runden – einer Pflichtprüfung und einer Finalrunde, die für alle Gruppen offen ist, die die erste Runde überstanden haben. Die Anforderungen an die Voltigierer sind hoch: Jeder muss mindestens eine Übung vorführen, und maximal drei dürfen gleichzeitig auf dem Pferd sein. Das Ganze hat einen besonderen Charme, wenn man sich vorstellt, wie die Gruppen mit ihren dynamischen und statischen Übungen um die Punkte kämpfen.

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Es ist eine aufregende Zeit für den Reitsport, mit all seinen Höhen und Tiefen. Die Absagen der Spitzenreiterinnen sind zwar bedauerlich, doch sie zeigen auch die menschliche Seite des Sports: Entscheidungen werden oft nicht leichtfertig getroffen. Die Vorfreude auf die WM in Aachen bleibt dennoch ungebrochen, und wir können gespannt sein, welche Talente sich dort beweisen werden. Das Pferd bleibt im Mittelpunkt, und die Leidenschaft für diesen Sport ist das, was uns alle verbindet.

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