In Wilhelmshaven tut sich etwas, und das nicht nur im übertragenen Sinne. Die Friedhofskapelle an der Friedenstraße steht im Mittelpunkt einer beeindruckenden Sanierung, die der historischen Substanz neues Leben einhauchen soll. Es ist schon eine Weile her, dass die Kapelle, die 1908 von den Architekten Ferdinand Köhler und Paul Kranz eingeweiht wurde, so recht im Glanz ihrer einstigen Pracht erstrahlen konnte. Die Spuren der Zeit sind unverkennbar, vor allem die Schäden, die vermutlich auf Bombentreffer während des Zweiten Weltkriegs zurückzuführen sind. Nun ist es an der Zeit, das Ruder herumzureißen und die Kapelle in neuem Licht erstrahlen zu lassen.

Projektleiter Uwe Brunken von den Technischen Betrieben Wilhelmshaven (TBW) steht an der Spitze dieses ambitionierten Vorhabens, das mit satten 1,4 Millionen Euro zu Buche schlägt. Ein Teil dieser Summe, genauer gesagt 523.000 Euro, stammt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundesministeriums für Kultur und Medien. Und das ist nicht einfach nur eine kleine Unterstützung – seit 2009 investiert die Bundesregierung kräftig in den Denkmalschutz, um über 3.000 national bedeutsame Kulturdenkmäler und historische Stätten in Deutschland zu sanieren.

Die Rückkehr des Spitzbogens

Ein ganz besonderes Augenmerk liegt auf der Wiederherstellung eines Spitzbogens, der nach dem historischen Vorbild von 1906 gestaltet werden soll. Diese enge Abstimmung mit dem Denkmalschutz ist entscheidend, denn schließlich soll die Kapelle nicht nur modernisiert, sondern auch in ihrem ursprünglichen Charakter bewahrt werden. Doch was passiert mit der Zwischendecke aus der Nachkriegszeit? Die wird kurzerhand abgerissen, um Platz für eine authentische Dachkonstruktion zu schaffen. Hier wird auch eine modernere Bauweise mit Gipskartonplatten und Aluminium-Unterkonstruktionen eingesetzt, um die Kosten im Rahmen zu halten. Clever, oder?

Und das ist noch nicht alles – der Turm der Kapelle bekommt ein neues Kupferdach, und die Ziegel werden repariert. Auch die Fassade hat bereits eine gründliche Reinigung hinter sich, und Steine sowie Fugen werden ausgebessert. Man könnte fast sagen, die Kapelle ist auf dem besten Weg, sich aus ihrer Schattensituation zu befreien. Was die Nebenräume betrifft, so sind das Pastorenzimmer und der Angehörigenraum bereit für eine Neugestaltung. Hier wird die Innenraumgestaltung sich am historischen Vorbild aus der Kaiserzeit orientieren – eine spannende Rückkehr zu den Wurzeln!

Ein Teil der großen Denkmalschutzbewegung

Die Sanierung der Kapelle ist Teil eines größeren Puzzles. Aktuell unterstützt das Denkmalschutz-Sonderprogramm die Sanierung von mehr als 140 kulturell bedeutsamen Denkmälern und historischen Orgeln in Deutschland. Ein paar Beispiele gefällig? Das Mittelmeerhaus im Botanischen Garten in Berlin, ein wunderschönes denkmalgeschütztes Schaugewächshaus von 1904, oder der Jakob Eltz Juleum in Helmstedt, dessen Haupteingang im Renaissancestil aufpoliert wird. Man sieht, dass die Bundesregierung nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Schätze im Land wertschätzt und für die Nachwelt bewahren möchte.

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Insgesamt also eine spannende Zeit für Wilhelmshaven und seine Bürger, die bald die revitalisierte Kapelle besuchen können. Man kann nur hoffen, dass diese Sanierung viele Herzen berührt und den Ort zu einem neuen Anziehungspunkt für alle macht, die die Geschichte und Kultur unserer Städte schätzen. So wird die Kapelle, die so viel erlebt hat, wieder zu einem Ort des Gedenkens und der Gemeinschaft – und das ist doch ein schöner Gedanke, nicht wahr?

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