Bahn frei! Hamburg-Berlin rollt wieder nach umfassender Sanierung
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin – ein Klassiker der deutschen Schienenlandschaft – hat nach einer langen Pause von sechs Wochen endlich wieder ihren Betrieb aufgenommen. Am Sonntag um 5:36 Uhr rollte der erste Fernverkehrszug vom Hamburger Hauptbahnhof gen Hauptstadt. Nach monatelanger Warterei können die Fahrgäste nun wieder aufatmen. Güterzüge und Regionalzüge waren zwar schon früher auf der Strecke unterwegs, aber jetzt dürfen auch die Fernzüge wieder fahren. Ein Hoch auf die Geduld der Reisenden!
Die Bauarbeiten, die bereits im August 2022 begonnen hatten, waren ursprünglich für Ende April 2023 fertiggestellt worden. Der harte Winter und gefrorene Böden haben jedoch für Verzögerungen gesorgt. Kritisch wurde die späte Kommunikation der Bahn zu diesen Problemen betrachtet, was nicht gerade für ein vertrauensvolles Miteinander zwischen Reisenden und Bahn spricht. Aber nun, die Mühe hat sich gelohnt! Die Sanierung ist Teil der größten Korridorsanierung im bis 2036 geplanten Programm. Und das bedeutet: 165 Kilometer Gleise wurden erneuert, 61 Kilometer instand gesetzt und 249 Weichen eingebaut. Ein wahres Mammutprojekt!
Der Fahrplan normalisiert sich
Jetzt heißt es für die Fahrgäste, sich über die neuen Abfahrtszeiten zu informieren, denn anfangs kann es noch zu Anlaufschwierigkeiten kommen. Der Schienenersatzverkehr mit Bussen ist zum Glück nicht mehr notwendig. Fernzüge werden wieder im Halbstundentakt fahren, während die Regionalzüge auf ihren gewohnten Linien zurückkehren. Dennoch müssen die Fernzüge bis Ende des Monats abschnittsweise langsamer fahren, da die Technik getestet wird. Das bedeutet, dass sich die planmäßige Fahrtzeit der ICE um zwei Minuten auf 107 Minuten verlängern wird. Aber hey, die Zahl der täglichen direkten Fernverkehrszüge soll von 38 auf 52 steigen – das macht doch Lust auf mehr!
Insgesamt 28 Bahnhöfe wurden modernisiert, darunter der Bahnhof Wittenberge. Die Baukosten für dieses gewaltige Vorhaben belaufen sich auf 2,2 Milliarden Euro. Und ja, eine Erhöhung des Budgets ist wahrscheinlich. Dieses Projekt gilt als echter Härtetest für die Korridorsanierungen, da täglich rund 470 Züge und 30.000 Fahrgäste die Verbindung in Anspruch nehmen. Man darf gespannt sein, wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird.
Der große Plan der Deutschen Bahn
Im Hintergrund arbeitet die Deutsche Bahn AG an einem Gesamtprogramm zur strukturellen Sanierung des Konzerns, das bis 2027 abgeschlossen sein soll. Dabei stehen drei Dimensionen im Fokus: die Sanierung der Infrastruktur, des Eisenbahnbetriebs und der Wirtschaftlichkeit. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Schiene bis 2027 wiederherzustellen und das Kundenerlebnis zu verbessern – sprich, mehr Pünktlichkeit, weniger Störungen und ein verlässlicherer Betrieb. Der Aufsichtsrat erwartet eine detaillierte Konzeption im Dezember.
Das Sanierungsprogramm „S3“ soll nicht nur die Stabilität des Systems fördern, sondern auch das Kundenerlebnis erheblich verbessern. Bis 2027 sind Generalsanierungen von 1500 Streckenkilometern sowie der Austausch von 200 alten Stellwerken geplant. Auch die Modernisierung von 100 Bahnhöfen pro Jahr steht auf der Agenda. Das hört sich vielversprechend an!
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbesserung der Pünktlichkeit. Ziel ist eine Senkung der infrastrukturbedingten Verspätungen um 20% bis 2027. Und das operative Ergebnis (EBIT) im Systemverbund soll bis zu diesem Zeitpunkt auf stolze 2 Milliarden Euro steigen. Ein strukturelles Umdenken ist also in vollem Gange. Man darf gespannt sein, wie sich all diese Maßnahmen auf die Reisenden und die gesamte Branche auswirken werden.
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