In Stade tut sich was – und das ist mehr als nur ein kleines Aufblitzen am politischen Horizont. Die Linken-Fraktion im Stader Stadtrat hat einen Antrag eingebracht, der in der Stadt für ein großes Thema sorgen könnte: die Einführung eines subventionierten Frauen-Nachttaxis. Klingt nach einer guten Idee? Finde ich auch! Das Ziel ist es, Frauen und schutzbedürftigen Personen einen sicheren Heimweg in den Abend- und Nachtstunden zu ermöglichen. Denn mal ehrlich, wer hat sich nicht schon einmal Gedanken gemacht, wie man nach einem langen Abend sicher nach Hause kommt?
Die Stadtverwaltung von Stade wird nun aufgefordert, ein Konzept für dieses Nachttaxi-Angebot zu erarbeiten und im Haushaltsentwurf 2027 entsprechende Mittel einzuplanen. Das ist ein wichtiger Schritt, denn es geht nicht nur um Frauen – auch FLINTA-Personen, also lesbische, intergeschlechtliche, nicht-binäre, transgeschlechtliche und agender Menschen, sollen von diesem Angebot profitieren. In Geesthacht in Schleswig-Holstein gibt es bereits ein ähnliches Projekt, das Taxifahrten für Frauen und weibliche Jugendliche mit 5 bis 7 Euro pro Fahrt bezuschusst. Das könnte doch als Vorbild für Stade dienen!
Ein Blick über den Tellerrand
Und während wir hier in Stade über sichere Heimwege diskutieren, wird in Hannover ein weiteres Kapitel aufgeschlagen. Am 12. Dezember 2023 hat der Verwaltungsausschuss der Landeshauptstadt Hannover zugestimmt, dass das Frauennachttaxi künftig für alle FLINTA-Personen zugänglich ist. Das bedeutet, dass die Nutzerinnen des Angebots nicht mehr nur Frauen, sondern auch Lesben, intergeschlechtliche, nicht-binäre, transgeschlechtliche und agender Personen sind. Ein echter Fortschritt! Das Frauennachttaxi, das 1994 ins Leben gerufen wurde, war damals schon ein innovativer Schritt und ist nun ein Vorreiter in Deutschland.
In Hannover kann man das Frauennachttaxi ganz einfach über HalloTaxi bestellen – und das zu einheitlichen Zeiten von 19 bis 6 Uhr, egal ob Sommer oder Winter. Ein Zuschuss von fünf Euro pro Fahrt macht das Angebot attraktiv. Bis Ende November 2024 haben bereits über 1.078 Personen von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Das zeigt, dass es einen echten Bedarf für solche Sicherheitsmaßnahmen gibt.
Ein langer Weg zur Sicherheit
Die Idee, Frauen-Nachttaxis einzuführen, gibt es seit den 1980er Jahren. Damals war das ein zukunftsweisendes Konzept, um die Sicherheit und Mobilität von Frauen im öffentlichen Raum zu verbessern. Man kann nur hoffen, dass Stadträte in ganz Deutschland diesem Beispiel folgen und ähnliche Projekte ins Leben rufen. Das Gefühl, sicher nach Hause zu kommen, sollte keine Frage des Geschlechts oder der Identität sein.
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen. Ein Taxi, ein wenig Unterstützung – das kann den Unterschied zwischen einem entspannten Abend und einem mulmigen Gefühl ausmachen. Und so bleibt zu hoffen, dass die Beratungen im Ausschuss für Feuerwehr, Sicherheit und Verkehr (FSV) am 2. Juni fruchtbar sind und wir bald in Stade das Frauen-Nachttaxi begrüßen können. Schließlich ist jeder Schritt in Richtung Sicherheit und Gleichberechtigung ein Schritt in die richtige Richtung.