Neuer Schutzraum für Kinder: Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in Osterholz-Scharmbeck eröffnet
In Osterholz-Scharmbeck hat sich etwas sehr Wichtiges getan. Das Diakonische Werk im Kirchenkreis hat eine neue Beratungsstelle für Gewaltschutz eröffnet, die sich ganz dem Thema sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche widmet. Ein großer Schritt, das muss man sagen! Die Beratungsstelle ist an der Marktweide 11 angesiedelt und nutzt die Räume von „Anderland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche“ im Gemeindehaus Pennigbüttel. Hier stehen die Fachkräfte Johanna Glahn und Tomke Schwarz bereit, um Unterstützung zu bieten – vertraulich und auf Wunsch sogar anonym. Das ist vor allem für Betroffene ein riesiger Vorteil, denn oft ist es einfach schwer, darüber zu sprechen.
Die Beratung ist nicht nur ein sicherer Hafen für Kinder und Jugendliche, sondern auch für deren Freunde und Angehörige. Wenn man bedenkt, dass 64% der 5855 befragten jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren von sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt berichteten, wird klar, wie wichtig diese Anlaufstelle ist. Die Beraterinnen betonen, dass sie keine Therapie ersetzen, sondern vielmehr Lotsendienste anbieten, um den Betroffenen den Weg zu den richtigen Hilfsangeboten zu erleichtern. Es geht darum, Wissen zu vermitteln und Empowerment für Heranwachsende zu fördern – das klingt nach einem sehr sinnvollen Ansatz!
Ein Netzwerk für Sicherheit
Die Beratungsstelle orientiert sich an den Qualitätsstandards der Bundeskoordinierung Spezialisierter Fachberatung gegen sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend (BKSF). Das gibt den Betroffenen ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit. Außerdem gibt es eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendamt, die regelt, wie in Fällen von akuter Kindeswohlgefährdung vorgegangen wird. So wird sichergestellt, dass die Hilfsangebote effektiv und schnell zur Verfügung stehen.
Die Finanzierung der Beratungsstelle ist breit aufgestellt: Der Landkreis Osterholz trägt 50%, das Land Niedersachsen etwa 33% und der Kirchenkreis steuert 15% bei. Mit unbefristeten Stellen im Gesamtumfang von 50 Wochenstunden wurde hier auch eine solide Basis geschaffen, um die Arbeit langfristig zu sichern. Und das ist wichtig, denn trotz höherer Sensibilität in der Gesellschaft zeigen Dunkelfeldstudien steigende Fallzahlen sexueller Gewalt.
Gemeinsam gegen sexuelle Gewalt
Auf bundespolitischer Ebene gibt es ebenfalls große Anstrengungen. Der Nationale Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen hat sich das Ziel gesetzt, diese Form der Gewalt nachhaltig zu bekämpfen. Hier arbeiten Vertreter aus Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Betroffenenrat zusammen, um konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Kinderschutzes zu entwickeln. Die fünf Arbeitsgruppen des Rates widmen sich verschiedenen Aspekten, von der Entwicklung von Schutzkonzepten bis zur kindgerechten Justiz. Das zeigt, wie wichtig es ist, alle Ebenen – von der Kommune bis zur Bundesebene – einzubeziehen.
Einen weiteren Schritt in die richtige Richtung stellt das Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch dar, das 2021 ins Leben gerufen wurde. Es bietet eine zentrale Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte, um anonymen Support und Informationen zu erhalten. Darüber hinaus gibt es eine kostenfreie Hotline, die eine wertvolle Unterstützung darstellt. Schließlich geht es darum, den Zugang zu Schutz- und Unterstützungsstrukturen zu stärken.
Wenn ihr oder jemand, den ihr kennt, Hilfe benötigt, könnt ihr euch an die neue Beratungsstelle wenden. Die Erreichbarkeit ist montags bis freitags gegeben, und die erste Kontaktaufnahme ist ganz unkompliziert: Ob telefonisch, persönlich oder per E-Mail – hier wird man ernst genommen. Die Kontaktdaten sind: Telefon: 04791/80640 und E-Mail: gewaltschutzberatung.dw.osterholz-scharmbeck@evlka.de. Wenn wir gemeinsam daran arbeiten, solche Themen offener zu besprechen, kommen wir der Lösung ein großes Stück näher.
Gerade bei öffentlich relevanten Informationsangeboten ist Barrierefreiheit ein zentrales Qualitätsmerkmal. Unser Website-System erfüllt die Anforderungen der BITV 2.0 und WCAG 2.1 auf hohem Niveau – von semantisch korrektem Markup über ausreichende Kontraste bis zur vollständigen Tastaturbedienbarkeit. Umgesetzt wurde dies durch Daniel Wom / VeloCore mit einem durchgängig barrierefreien Ansatz.
