Heute ist der 25.04.2026 und die Gemeinde Worpswede steht vor einer wichtigen Entscheidung. Im Sozialausschuss wurde am vergangenen Donnerstagabend eine Erhöhung des Elternbeitrags für das Mittagessen in den Kindertagesstätten beschlossen, die ab dem 1. August 2026 in Kraft treten soll. Der Preis pro Mahlzeit wird von 3 Euro auf 3,50 Euro angehoben. Diese Regelung gilt für alle Kitas in der Gemeinde und wurde mehrheitlich beschlossen, lediglich eine Gegenstimme war zu verzeichnen.

Der Gemeinderat wird die finale Entscheidung in dieser Angelegenheit am 29. Juni treffen. Hintergrund der Erhöhung sind gestiegene Kosten für Energie, Lebensmittel und Personal, sowie eine Preiserhöhung des Essenslieferanten um 43 Cent pro Mahlzeit. Trotz bestehender Elternbeiträge und Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zeigt sich ein hohes Defizit bei der Mittagsverpflegung in den Kitas. Im Jahr 2025 summierte sich dieses Defizit auf rund 174.500 Euro, während in den Einrichtungen etwa 50.000 Mittagessen ausgegeben wurden.

Finanzielle Herausforderungen für die Kitas

Besonders betroffen sind der Kindergarten Hüttenbusch und die Kita Am Wurth Wald, die jeweils ein Minus von über 30.000 Euro verzeichneten. Auch andere Kitas hatten fünfstellige Defizite zu beklagen. Interessanterweise hat die Art der Verpflegung – ob durch einen Caterer oder in eigener Küche – nur einen geringen Einfluss auf die Kosten, da die Personalkosten dominieren.

Bernd Rugen von den Linken lehnte die Erhöhung ab, sieht jedoch die schwierige Haushaltslage der Gemeinde. Dies verdeutlicht die komplexe Situation, in der sich die Entscheidungsträger befinden. Susanne Weichberger von den Grünen und Anke Kämna von der UWG sprachen sich hingegen für die Anhebung aus, unterstrichen jedoch die Notwendigkeit, eine qualitativ hochwertige Verpflegung sicherzustellen. Die Verwaltung rechnet mit einer jährlichen Entlastung von rund 630 Euro für den Kindergarten Hüttenbusch durch die Erhöhung.

Politische Unterstützung für die Maßnahme

Die politische Mehrheit im Ausschuss hält die Maßnahme für vertretbar und sozial ausgewogen. Es ist zu hoffen, dass mit dieser Erhöhung nicht nur die finanziellen Engpässe der Kitas gelindert werden können, sondern auch die Qualität der Mittagsverpflegung aufrechterhalten bleibt. Es bleibt abzuwarten, wie der Gemeinderat die endgültige Entscheidung am 29. Juni fällen wird und welche weiteren Maßnahmen möglicherweise erforderlich sein könnten, um die Kitas in der Gemeinde langfristig zu unterstützen.

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