Der 1. Mai 2026 markierte nicht nur einen weiteren Tag im Kalender, sondern auch einen besonderen Moment für die Kreismusikschule Osterholz. Nach 40 Jahren im Dienst, davon 30 Jahre als Leiterin, verabschiedete sich die engagierte Christa Piater-Borrmann in den wohlverdienten Ruhestand. Ein Abschied, der viele Emotionen mit sich brachte, denn Piater-Borrmann war nicht nur eine Lehrerin, sondern ein Herzstück der musikalischen Gemeinschaft. Ihre Nachfolgerin, Julia von Hasselbach, steht nun bereit, die Fackel weiterzutragen.

Piater-Borrmann, die 1986 als Schwangerschaftsvertretung begann, übernahm die Schüler des verstorbenen Schulleiters Ernst Selicke und hat seither unermüdlich für die musisch-kulturelle Bildung gearbeitet. Sie beobachtete, wie Kinder mit Defiziten in der musikalischen Ausbildung aufblühten. „Musikalische Bildung ist kein Sahnehäubchen“, betont sie, „sie ist essenziell.“ Diese Überzeugung begleitete sie durch ihre gesamte Karriere und wurde bei jedem Jahreskonzert, das die Leistungen der Schüler dokumentierte, eindrücklich sichtbar.

Ein Garten voller Inspiration

Nun, im Ruhestand, plant sie, sich ihrem Garten zu widmen – einem kleinen Paradies mit Kräuterspirale, Wintergarten, Gewächshaus und Hochbeeten. Nicht zu vergessen ihr Klavierspiel, das sie weiterhin mit Leidenschaft ausüben will. Trotz des Abschieds bleibt sie der Kreismusikschule als Vorstandsmitglied des Fördervereins erhalten. Ein Engagement, das zeigt, wie wichtig ihr die musikalische Bildung in der Region nach wie vor ist.

Besonders hervorzuheben ist die Bedeutung, die der ehemalige Bürgermeister Martin Wagener für die Kreismusikschule hatte. Unter seiner Ägide erhielt die Einrichtung ein eigenes Gebäude, was bis 2012 ein unerfüllter Wunsch war. Piater-Borrmann hat sich für diese Entwicklung stark gemacht, denn sie wusste, dass eine gute Musikschule auch eine gute Ausstattung braucht. „Die Räume und Instrumente sind der Grundstein für eine erfolgreiche musikalische Ausbildung“, erklärt sie.

Die Zukunft der musikalischen Bildung

Doch die Herausforderungen für die musikalische Bildung sind nicht zu unterschätzen. Aktuelle Entwicklungen, wie der Entwurf für das Jahressteuergesetz 2024, könnten eine Bürokratisierung des Musikunterrichts zur Folge haben. Ab 2025 wird es nicht mehr klar sein, ob Musikunterricht als wertvolle Bildungsleistung oder als umsatzsteuerpflichtige Freizeitbeschäftigung gilt. Dies könnte die Kosten für Musikunterricht in die Höhe treiben und möglicherweise viele Schüler und Familien belasten.

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Der Deutsche Musikrat hat bereits ein Positionspapier veröffentlicht, das die Wichtigkeit erschwinglicher musikalischer und kultureller Bildung betont. Die Petition „Qualifizierter Musikunterricht muss umsatzsteuerfrei bleiben!“ hat bereits über 105.000 Unterstützer gefunden und zeigt, wie sehr die Menschen hinter der musikalischen Bildung stehen. Die Übergabe dieser Petition im Bundestag wird von vielen als ein Zeichen für den Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Musikschaffenden gewertet.

In einer Zeit, in der immer mehr Stimmen für eine stärkere Berücksichtigung musikalischer Bildung in Schulen und der Gesellschaft eintreten, bleibt Piater-Borrmann ein leuchtendes Beispiel für Engagement und Leidenschaft. Ihr Vermächtnis wird in den Hallen der Kreismusikschule weiterleben, während sie sich in ihrem Garten den Klängen der Musik widmet und die nächste Generation von Musikern inspiriert.