In Nienburg gibt es immer wieder spannende Geschichten zu entdecken, und eine ganz besondere hat sich kürzlich entfaltet. Jil Boßmann, die aus Lemke stammt, hat ein Buch veröffentlicht, das sich mit der faszinierenden Geschichte der Nienburger Bürgerkompanien und des Scheibenschießens beschäftigt. Der Titel des Werkes? „Geschichte des Offizier- und Unteroffizier-Corps der Bürgerkompanien der Stadt Nienburg/Weser und Tradition des Scheibenschießens“. Ein echter Mundvoll, der neugierig macht!

Das Buch ist nicht nur eine liebevolle Hommage an die Traditionen Nienburgs, sondern auch ein finanzieller Erfolg: Der Erlös aus dem Verkauf beläuft sich auf stolze 1.800 Euro! Und das Beste daran? Jeweils 600 Euro wurden an das Trommler- und Pfeifercorps Nienburg, das Stadtarchiv Nienburg sowie die Historische Gesellschaft Nienburg gespendet. Damit wird die Pflege und Vermittlung der Stadtgeschichte gefördert – eine wirklich schöne Geste von Boßmann!

Ein Blick in die Geschichte

Die Recherche für dieses bemerkenswerte Buch begann im Stadtarchiv im November 2021. Boßmann hat sich intensiv mit den historischen Quellen auseinandergesetzt und betont, wie wichtig diese für ihr Werk sind. Es wird spannend werden, wenn sie am 14. Juli um 19 Uhr im Quaet-Faslem-Haus aus ihrem Buch liest und über ihre Recherchen berichtet. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos und richtet sich an alle, die sich für die Geschichte Nienburgs begeistern können. Also, nichts wie hin!

Die Verbindung zu den Bürgerkompanien ist tief verwurzelt in Nienburgs Geschichte. Diese Kompanien haben ihren Ursprung in militärischen Traditionen, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Ursprünglich wurde auf hölzerne Papageien oder Vögel geschossen – eine Art Übungsschießen. Im Jahr 1654 wurde daraus das „Scheibenschießen“ und hat sich mittlerweile zu einem fest etablierten Volksfest entwickelt. Die Entwicklung dieses Traditionsfestes wird auch beim Seniorentreff im Juni behandelt, wo Heinz-Dieter Wolter, der I. Capitän der Nienburger Bürgerkompanien, einen Vortrag hält. Hier wird über die historische Bedeutung und die aktuellen Praktiken berichtet.

Tradition und Festlichkeiten

Das Scheibenschießen ist nicht nur ein schießsportliches Event, sondern auch ein großes Volksfest. Am Montag nach dem Johannistag versammeln sich die Bürger, um dem Kinder- und Jugendausmarsch beizuwohnen, der um 13 Uhr am Marktplatz startet. Hier treten die jungen Schützen, im Alter von 10 bis 15 Jahren, zum großen Ausmarsch an. Um 15 Uhr beginnt das Schießen um die Königswürde für die Kinder, während das Familienfest mit Spiel und Spaß bis 18 Uhr dauert. Clown Georg wird die kleinen Gäste unterhalten, und die Proklamation der besten Schützen findet am Tilly-Zelt statt. Ein fröhliches Treiben, das die ganze Stadt in seinen Bann zieht!

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Ein weiterer Höhepunkt ist das traditionelle Pellkartoffelessen am Mittwoch, das die Festlichkeiten abrundet. Es ist wirklich schön zu sehen, wie die Nienburger ihre Wurzeln pflegen und die Gemeinschaft zusammenkommt, um die Traditionen lebendig zu halten. Schließlich ist das Scheibenschießen nicht nur ein Event, sondern ein Teil der Identität der Nienburger – eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Die Vorbereitungen für das diesjährige Fest laufen bereits auf Hochtouren, und wir dürfen gespannt sein, welche Geschichten und Traditionen uns dieses Jahr erwarten. Es ist ein Fest, das nicht nur die Schützen, sondern auch die gesamte Stadt in ihren Bann zieht – und das ist doch eine schöne Sache!

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