Heute ist der 26.05.2026 und während wir hier in Lüchow-Dannenberg in den Frühling blicken, gibt es eine Thematik, die uns alle betrifft und die uns oft im Stillen beschäftigt: Vermisste Kinder und Jugendliche. Jedes Jahr werden in Deutschland zehntausende von Kindern als vermisst gemeldet. 2025 allein waren es rund 108.900 Vermisstenfälle. Die traurige Realität ist, dass die meisten dieser Vermissten nach kurzer Zeit wieder aufgetaucht sind, jedoch bleiben einige Fälle, wie das von Katrin Konert, ungeklärt. Der Fall von Katrin, der seit über 25 Jahren in den Akten schlummert, ist besonders erschütternd.
Am Neujahrsabend 2001, als in Bergen die ersten Feuerwerke in den Himmel schossen, wurde die damals 15-jährige Katrin Konert zum letzten Mal gesehen. Sie war gerade einmal 1,60 m groß, schlank und hatte kinnlange, schwarz gefärbte Haare. Ihre Kleidung, eine schwarze Jacke, schwarze Cordhose und schwarze Stiefel, wurde von einem weißen Rollkragenpullover ergänzt – eine modische Wahl für einen kalten, gefrierenden Nieselregen, der an diesem Abend herrschte. Nach ihrem Verschwinden wurde die gesamte Region durchkämmt, und es wurden über 170 neue Hinweise durch Öffentlichkeitsarbeit und Podcasts erhalten. Doch die Antworten bleiben aus.
Die Kampagne „Spurlos Verschwunden“
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat die Kampagne „Spurlos Verschwunden“ ins Leben gerufen, um auf solche tragischen Fälle aufmerksam zu machen. Aktuell stehen sechs vermisste Kinder und Jugendliche im Fokus, darunter auch Katrin. Die Ermittler, unter der Leitung von KHK’in Annegret Dau-Rödel, haben den Fall 2018 wieder aufgerollt. Eine Belohnung von 10.000 Euro für sachdienliche Hinweise wurde ausgesetzt – allerdings nur für Privatpersonen. Das zeigt, wie wichtig jeder Hinweis sein kann. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Unterstützung und hofft auf Informationen über eine Person, die am Abend des 01.01.2001 mit Katrin sprach.
Der internationale Tag der vermissten Kinder wird am 25. Mai gefeiert. Er soll uns daran erinnern, dass hinter jeder Zahl, hinter jedem Fall, eine Geschichte und oft eine verletzliche Seele steckt. Es ist erschreckend, dass viele Kinder und Jugendliche, die in alltäglichen Situationen verschwinden, oft nie wieder gefunden werden. Die letzten Sichtungen der Vermissten zeigen, dass sie in gewohnten Umfeldern, in alltäglichen Momenten, einfach verschwinden können.
Ein Aufruf zur Mithilfe
Die Polizei hat nun die Bevölkerung aufgerufen, insbesondere in Bergen am Abend des 01.01.2001, um Hinweise zu geben. Vielleicht hat jemand etwas gesehen, vielleicht hat jemand ein Gespräch belauscht, das für die Ermittler von Bedeutung sein könnte. Der Kontakt zum Polizeikommissariat Lüchow ist unter der Telefonnummer 05841/122-0 erreichbar. Jeder Hinweis könnte entscheidend sein! Man weiß nie, was sich hinter einer vermeintlich unwichtigen Information verbergen könnte.
Wir leben in einer Zeit, in der das Bewusstsein für solche Themen wächst. Die Kampagne des BKA bringt uns in Erinnerung, wie wichtig es ist, aufmerksam zu sein und Hilfe anzubieten, wo wir können. Der Fall von Katrin Konert und anderen vermissten Kindern sollte uns alle betreffen – denn auch die kleinsten Hinweise können den entscheidenden Unterschied machen.