Heute ist der 12.06.2026, und während die Sonne über Lüchow-Dannenberg lacht, gibt es Neuigkeiten aus der Kartoffelwelt, die für viele Landwirte von enormer Bedeutung sind. Royal Avebe, der renommierte Kartoffelstärkeproduzent, hat den Kampagnenpreis für das Anbaujahr 2025 festgelegt. Der Grundpreis für das A-Volumen bleibt stabil bei 110 Euro pro Tonne, da sind die fünf Euro Mitgliederzuschlag schon mit drin. Ein Preis, der im Vorjahr ebenfalls nicht schwankte – also alles gut, könnte man meinen. Doch die Realität sieht ein wenig anders aus.

Die abgelaufene Kampagne, die von August bis Februar/Anfang März lief, war geprägt von Marktherausforderungen und einem hohen Kartoffelangebot. Tatsächlich haben die Landwirte etwa 50.000 Tonnen mehr an die Kartoffelstärkefabrik Prignitz/Wendland angeliefert als in den Vorjahren. Ein kräftiger Anstieg, der zeigt, wie sehr die Betriebe in Bewegung sind. Helge Milatz, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft eG Quitzow, bringt es auf den Punkt: „Wir sind mit einem ‚blauen Auge‘ davongekommen“. Das klingt fast nach einer Erleichterung, doch schon jetzt wird ein Rückgang des Grundpreises unter 110 Euro für das nächste Jahr prognostiziert. André Bense, Pressesprecher von Avebe, hat die neue Kampagne bereits im Blick – die Frühjahrsmengenabfrage wird ausgewertet, und die Zeichen stehen auf Veränderung.

Die Herausforderungen der Landwirte

Was die Stimmung unter den Landwirten betrifft, so ist nicht alles Gold, was glänzt. Hartmut Lossin, ein Landwirt aus Berge, beschreibt die gegenwärtige Lage als „Katastrophe für die Landwirtschaft“. Steigende Kosten für Diesel, Dünger und Löhne setzen den Betrieben ordentlich zu. Zudem sind die Preise für Milch und Getreide gesunken – eine doppelte Belastung. Geopolitische Entwicklungen und das Überangebot an Kartoffeln sind ebenfalls nicht zu unterschätzen, denn sie tragen zum Preisverfall bei. Die Prognosen sind düster. Milatz schätzt, dass der Grundpreis möglicherweise unter 100 Euro pro Tonne fallen könnte, was eine herbe Enttäuschung für viele Landwirte darstellen würde.

Aber das ist noch nicht alles. Der Blick in die Zukunft zeigt, dass einige Partien alterntiger Ware zwar Anfang Juni noch Abnehmer finden, jedoch nur für qualitativ einwandfreie Produkte. Die Betriebe haben noch umfangreiche Mengen aus dem Vorjahr, für die es keinen Absatz mehr gibt. Diese alten Bestände müssen nun dringend aus den Lagern geräumt werden, bevor die neue Ernte ansteht. Im Lebensmitteleinzelhandel füllen Importwaren die Regale, während die Reifeförderung für die Frühkartoffeln bereits läuft. Die ersten Produkte werden in etwa zwei Wochen erwartet, und es wird gemunkelt, dass die kommende Ernte umfangreich ausfallen könnte – eine kleine Hoffnungsschimmer inmitten der Schwierigkeiten.

Ein Blick auf die Zahlen

Statistiken können manchmal die beste Grundlage für Entscheidungen liefern. Der Index der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte gibt einen guten Überblick über die Erlöse in der Branche. Diese Zahlen sind nicht nur für die Landwirte wichtig, sondern auch für politische Maßnahmen im Agrarsektor. Die Entwicklung der Produktionskosten wird ebenfalls erfasst, was für die Betriebe von hoher Relevanz ist. In einem Umfeld, in dem Preissenkungen und steigende Kosten an der Tagesordnung sind, bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickeln wird.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Landwirtschaft steht vor vielen Herausforderungen, und während die Sonne über Lüchow-Dannenberg scheint, ist der Kampf um die Preisstabilität in vollem Gange. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiter entfaltet – die Kartoffelernte des nächsten Jahres könnte der Schlüssel zu einer Wende sein. Aber bis dahin heißt es: abwarten und Tee oder besser gesagt, Kartoffelsalat trinken!