Heute ist der 5.06.2026 und die Sonne blitzt über dem Echemer Zauntag im Landkreis Lüneburg. Eine Veranstaltung, die mehr ist als nur ein Treffen von Schäfern und Landwirten. Hier geht es um den Herdenschutz – ein Thema, das die Nutztierhaltung in Deutschland nicht nur beschäftigt, sondern auch herausfordert. Sebastian Walter, ein Schafhalter und ausgebildeter Maschinenbauer, hat heute etwas ganz Besonderes im Gepäck: eine selbstfahrende Netzroll-Maschine. Mit dieser innovativen Technik wird das Abwickeln von Elektronetzen zum Kinderspiel. Man fragt sich, warum man nicht schon früher auf so etwas gekommen ist!
Die Zäune werden stabiler und schwerer, was natürlich die körperliche Belastung für die Weidetierbetriebe erhöht. Das macht die Sache nicht unbedingt einfacher, vor allem nicht, wenn man bedenkt, dass in Füchtenfeld rund 70 Schafe von Wölfen gerissen wurden. Das ist schockierend! Und damit nicht genug: Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen 189 Wolfsübergriffe auf Schafe dokumentiert. Experten warnen, dass der Herdenschutz oft unterschätzt wird, denn bei drei Vierteln dieser Risse gab es keinen ordnungsgemäßen Mindestschutz. Das ist ein Weckruf für alle Tierhalter!
Technische Innovationen im Herdenschutz
Volker Bammann hat ebenfalls etwas mitgebracht – einen kleinen Radlader mit Doppelmessermähwerk, der unter dem Zaun mähen kann. Wie praktisch, oder? Regelmäßiges Mähen des Grases unter Elektrozäunen ist schließlich wichtig für die Funktionalität. Die Landwirtschaftskammer hat Tierhaltende aus Niedersachsen und sogar aus anderen Bundesländern eingeladen, um über Herdenschutz zu informieren. Denn Herdenschutz bleibt ein aktuelles Thema, solange Wölfe existieren. Und die Wölfe sind zurück in Deutschland. Sie ernähren sich zu über 95 % von Wildtieren wie Rehen, Wildschweinen und Hirschen. Ungeschützte Weidetiere hingegen sind für sie viel einfacher zu erlegen.
Herdenschutzmaßnahmen sind also unerlässlich, um diese schönen Tiere davon abzuhalten, unsere Nutztiere anzugreifen. Die Landesregierung unterstützt Tierhalter*innen dabei, doch die Förderungen variieren je nach Bundesland. Der NABU fordert eine flächendeckende Förderung von Herdenschutzmaßnahmen in allen Bundesländern. Elektrozäune sind dabei eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen. Aber Achtung: Sie müssen bis zum Boden reichen, denn Wölfe graben sich eher unter Zäunen durch. Eine gut installierte Grundschutzlösung besteht aus 90 cm hohen elektrifizierten Zäunen, die sogar auf 120 cm erhöht werden können. Wahnsinn, wie viele Details hier zu beachten sind!
Herdenschutzhunde als beste Freunde
Doch es gibt noch eine weitere Waffe im Kampf gegen die Wölfe: die Herdenschutzhunde. Diese treuen Gefährten schützen die Herden vor Eindringlingen und sind dabei völlig eigenständig. Rassen wie die Pyrenäenberghunde, Maremmanos und Kangals sind ideal dafür. Die Ausbildung beginnt früh, und die Hunde wachsen eng mit den Weidetieren auf. Sie sind territorial und schrecken Eindringlinge durch Bellen ab. Man könnte sagen, sie sind die Bodyguards der Herden – und das ohne einen Auftrag!
Im Landkreis Uelzen leben seit vielen Jahren Wölfe, und die Menschen suchen nach Lösungen für ein konfliktfreies Zusammenleben. Es gibt Forderungen aus den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Harburg, und der Bundesrat hat sogar für die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz gestimmt. Das birgt Chancen, aber auch Risiken. Kompensationszahlungen für gerissene Nutztiere sind in Wolfsmanagementplänen geregelt, aber die Regelungen sind alles andere als einheitlich. Man kann sich vorstellen, wie viel Unsicherheit das für die Betroffenen mit sich bringt.
In diesem Kontext wurde 2021 das Bundeszentrum Weidetiere und Wolf (BZWW) eingerichtet, das sich im Aufbau befindet. Die Herausforderungen sind groß, doch es gibt einen klaren Willen, gemeinsam Lösungen zu finden. Herdenschutz ist ein komplexes Thema, das individuell mit erfahrenen Beratern besprochen werden sollte. Denn nur so kann man sicherstellen, dass sowohl die Wölfe als auch die Weidetiere in einer harmonischen Koexistenz leben können. Und das wäre doch ein schöner Gedanke, nicht wahr?