In Hildesheim wird am 5., 6. und 7. Juni 2026 eine spannende Lecture Performance mit dem Titel „28669 Ed. 1“ aufgeführt. Die beiden Protagonistinnen, Hannah und Frauke, die als Lesben über die Bedeutung von Queerness reflektieren, laden das Publikum ein, sich mit Fragen zu beschäftigen, die sich um die Inszenierung von Auflehnung und deren Auswirkungen auf gesellschaftliche Ordnungen drehen. Queerness wird dabei als eine Form der Auflehnung gegen bestehende Ordnungen betrachtet, was die Zuschauer dazu anregt, über ihre eigenen Erfahrungen und gesellschaftlichen Normen nachzudenken.
Die Performance, die in einem interdisziplinären Ansatz Musik, Sound, Video und darstellende Kunst vereint, ist inspiriert von Künstler:innen und Plattformen wie 070 Shake, TikTok und Jack Halberstam. Das Programm thematisiert queeres Begehren und Inszenierungsstrategien und verweist auf persönliche Erfahrungen, die Hannah und Frauke mit Angst, lesbisch zu sein und nicht queer genug zu erscheinen, verbinden. Die Aufführungen beginnen jeweils um 19:00 Uhr und dauern etwa 50 Minuten, was die Möglichkeit bietet, in eine Welt einzutauchen, die sowohl unterhaltsam als auch nachdenklich stimmend ist. Tickets sind für 5€, 7€ und 10€ erhältlich und können entweder über die Website des Theaterhauses oder an der Abendkasse gekauft werden. Die Veranstaltung wird für Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen und enthält sensorische Reize wie flackerndes Licht und laute Musik.
Ein Seminar für Masterstudierende
Parallel zur Performance wird ein Seminar an der Universität Hildesheim angeboten, das sich an Masterstudierende richtet und bei freien Plätzen auch für Studierende ab dem 3. Semester offen ist. Interessierte können sich bis zum 18. Oktober mit einem kurzen Motivationsschreiben bei annemarie.matzke@uni-hildesheim.de bewerben. Die erste Seminarsitzung findet am 5. November statt und erfordert, dass die Teilnehmer:innen sich mit Texten und einer Rechercheaufgabe vorbereiten.
Das Seminar behandelt zentrale Themen der Gendertheorie und Konzepte der Queer Studies, insbesondere in Verbindung mit der Entwicklung der Performance Art. Hierbei wird das Augenmerk auf gesellschaftliche Normen, Geschlechtermarkierungen und die Analyse von Inszenierungspraxen gelegt. Fragestellungen, wie etwa die kritische Auseinandersetzung mit Praktiken wie Drag oder Cross-Dressing, stehen im Mittelpunkt und laden dazu ein, neue Denk- und Möglichkeitsräume zu erkunden.
Gender und Queer Studies im Kontext
Die Begriffe „Gender“ und „Queer“ sind nicht nur in der Kunst und Performance allgegenwärtig, sondern auch in Feuilleton und Popkultur. Sie repräsentieren eine Auseinandersetzung mit individuellen Freiheiten und den Herausforderungen, die damit einhergehen. Die Gender- und Queer Studies sind dynamische Felder, die sich mit den sozialen und strukturellen Aspekten von Geschlecht und Sexualität beschäftigen. Während Gender Studies sich mit Geschlechterfragen befassen, analysieren Queer Studies insbesondere Sexualität und Begehren.
Beide Disziplinen bieten einen kritischen Blick auf normative Vorstellungen und setzen sich mit der sozialen Konstruktion von Geschlecht und Sexualität auseinander. Sie hinterfragen die Binarität von Geschlecht und beleuchten, wie Geschlecht im Alltag verstanden und verhandelt wird. Diese intersektionalen Ansätze fördern ein tieferes Verständnis von Herrschaftsstrukturen und Machtverhältnissen, die die Gesellschaft prägen.
Mit der Lecture Performance und dem begleitenden Seminar wird in Hildesheim ein bedeutender Beitrag zur Diskussion über Queerness, Geschlecht und die Herausforderungen der heutigen Gesellschaft geleistet. Es ist eine Einladung, sich mit den eigenen Erfahrungen auseinanderzusetzen und neue Perspektiven zu entdecken.