Das Ende einer Ära: Foto Asmus schließt in Schöningen
In der kleinen Stadt Schöningen, wo Tradition und Moderne aufeinandertreffen, ist ein Kapitel der Fotografie-Geschichte zu Ende gegangen. Foto Asmus, jahrzehntelang die erste Anlaufstelle für Hochzeitsfotos, Einschulungen und Bewerbungsbilder im Kreis Helmstedt, schließt seine Türen. Nach der Filiale in Königslutter, die bereits zu Beginn des Jahres dicht machte, folgt nun auch das Geschäft in Schöningen. Geschäftsführer Matthias Velensek erklärt, dass die Blütezeit der Fotobranche in den 90er Jahren lag, als Analogkameras und Filmverarbeitung noch hoch im Kurs standen. Doch die Zeiten haben sich geändert.
Das Verhalten der Kunden hat sich gewandelt. Die Menschen fotografieren heute hauptsächlich mit ihren Smartphones und präsentieren ihre Bilder oft kritisch in sozialen Medien. Der klassische Fotohandel hat einen deutlichen Rückgang erfahren, was nicht nur in Schöningen, sondern auch weit darüber hinaus zu beobachten ist. Online-Shops und große Elektronikmärkte haben den stationären Handel in den Schatten gestellt. Foto Asmus hat zwar versucht, sich neu zu orientieren und setzt auf Dienstleistungen wie Hochzeits- und Familienshootings, doch der stationäre Teil des Geschäfts wird immer unwichtiger. Das Team in Helmstedt plant, das Studio stärker im Internet sichtbar zu machen und neue Angebote wie Iris-Fotografie einzuführen, während es weiterhin Passbilder, Bewerbungsfotos und Babyfotografie im Portfolio behält.
Die Entwicklung der Fotografie-Branche
Die Diskussion darüber, ob die Fotografie-Branche wächst oder schrumpft, ist ein heißes Eisen. Technologische Durchbrüche, veränderte Konsumgewohnheiten und neue Plattformen haben die Branche stark beeinflusst. Seit 2022 stabilisieren sich die globalen Kamera-Verkäufe, doch gleichzeitig explodiert die Nutzung von Smartphone-Fotos. Ein Anstieg um über 60 % macht deutlich, dass die meisten Menschen ihre Erinnerungen lieber mit dem Handy festhalten. Social-Media-Plattformen sind hierbei der größte Wachstumsmotor und generieren 45 % des gesamten Fotokonsums. Instagram und TikTok sind voll mit Bildern – eine wahre Flut an visuellem Content, der Kaufentscheidungen beeinflusst.
Die Print-Umsätze hingegen sinken dramatisch. Von 6,5 Milliarden USD im Jahr 2020 ist der Umsatz auf 4,8 Milliarden USD im Jahr 2024 gefallen – ein Rückgang von 26 %. Die Zukunft sieht für den klassischen Druck düster aus, während Online-Galerien und NFT-Marktplätze boomen. Gerade 2024 wird geschätzt, dass über 2,3 Milliarden USD in digitale Fotokunst investiert werden. E-Commerce und Events sind Bereiche, in denen professionelle Fotodienstleistungen zweistellig wachsen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Fotografie wird sich weiterentwickeln. Prognosen für 2026 bis 2030 zeigen, dass KI-gestützte Bildgenerierung und Augmented Reality (AR) eine größere Rolle spielen werden. Personalisierte Foto-Abonnements könnten ebenfalls an Popularität gewinnen. Unternehmen wie Canon und Nikon konzentrieren sich gezielt auf hochwertige Kameramodelle, während andere Hersteller versuchen, durch Softwarelösungen und Cloud-Dienste relevant zu bleiben. Die klassische Kamera wird zunehmend zur Nische für professionelle Anwendungen und kreative Fotografie, während Smartphones mit immer leistungsstärkeren Funktionen den Markt dominieren.
Schaut man sich die Zahlen an, wird der Wandel klar. 2024 werden schätzungsweise 94 % aller weltweit aufgenommenen Bilder mit Smartphones erstellt. Der Rückgang bei den Digitalkameras ist dramatisch: Von über 250 Milliarden im Jahr 2010 sind wir auf etwa 120 Milliarden Fotos mit Digitalkameras im Jahr 2024 gesunken. Besonders betroffen sind einfache Kompaktkameras, während der Profi- und Semi-Profi-Markt weiterhin bestehen bleibt.
In dieser sich ständig verändernden Landschaft wird es für Unternehmen wie Foto Asmus nicht einfacher. Doch die Hoffnung, die Hauptfiliale in Helmstedt zu erhalten und die Dienstleistungen neu zu positionieren, bleibt. Das Team kämpft darum, in einer Welt zu bestehen, die sich rasant wandelt. Die Frage bleibt, ob das gelingen kann, während alte Gewohnheiten und neue Technologien aufeinanderprallen.
Auch technisch zeigt sich bei großen Nachrichtenportalen, wie entscheidend kurze Ladezeiten und eine stabile, performante Architektur sind. Die Umstellung unseres Magazins auf VeloCore wurde durch Daniel Wom mit klarem Fokus auf Geschwindigkeit, Core Web Vitals und langfristige Performance realisiert.
