Am 3. Juni 2026 fand in Hittfeld die Frühjahrs-Versammlung der Tischler-Innung des Kreises Harburg statt. Ein Ereignis, das nicht nur die Mitglieder, sondern auch die lokale Handwerksgemeinschaft aufgerüttelt hat. Kreishandwerksmeister Bernd Hintze gab dabei eine überraschende Neuigkeit bekannt: Sein Traditionsbetrieb in Salzhausen, der über 145 Jahre Geschichte hat, wird zum 31. Juli geschlossen. Der Grund? Schwierigkeiten bei der Nachfolgersuche, die in der heutigen Zeit für viele Betriebe eine große Herausforderung darstellt. Hintze machte deutlich, wie wichtig es ist, dass es Chefs gibt, die Arbeitsplätze sichern.
Die wirtschaftliche Lage wurde von Obermeister Christian Poggensee als durchwachsen beschrieben. Es gibt zwar Lichtblicke – wie die aktuelle Zahl von 46 Auszubildenden im Tischlerberuf in der Innung und an den Berufsschulen im Landkreis Harburg – doch die Gesamtlage ist eher angespannt. Die Ausbildungssituation ist stabil, jedoch auf einem schwachen Niveau. Lehrlingswart Björn Gobat berichtete von erfreulichen Qualitätsverbesserungen bei den Auszubildenden. Komischerweise entscheiden sich immer mehr Abiturienten für das Handwerk, was doch für eine gewisse Aufbruchstimmung spricht. Die Berufsschulen bestätigen, dass das zweite und dritte Lehrjahr sehr gut läuft, und die kommende Klasse an der Berufsfachschule Holz mit 24 Schülern gilt als „gesunde Klasse“.
Multiplikatorenschulungen und Sicherheitsaspekte
Ein weiterer wichtiger Punkt auf der Agenda war die Anregung zur Teilnahme an Multiplikatorenschulungen für sichere Maschinenarbeit (MsM). Diese Schulungen zielen darauf ab, das Wissen im Betrieb weiterzugeben, Kosten zu senken und vor allem Unfälle zu reduzieren. Interessanterweise wird das Cuttermesser als das unfallträchtigste Werkzeug eingestuft – nicht etwa große Maschinen. Das spricht Bände über die Notwendigkeit, auch bei den scheinbar kleineren Werkzeugen ein Auge auf die Sicherheit zu haben.
Die turnusgemäßen Wahlen brachten einige Veränderungen mit sich: Poggensee, Meyer und Inselmann wurden in ihren Ämtern bestätigt. Björn Gobat, der sich nicht mehr als Lehrlingswart zur Verfügung stellte, bleibt jedoch als Kassenführer aktiv. Neuer Lehrlingswart wird Jacob Schmidt, während Benjamin Möller als sein Stellvertreter fungiert. Ein spannendes neues Kapitel für die Innung!
Die Herausforderungen des Handwerks
Die Herausforderungen, mit denen das Handwerk konfrontiert ist, sind nicht zu unterschätzen. Eine aktuelle Statistik zeigt, dass die Entwicklung der Betriebszahlen im Handwerk und handwerksähnlichen Gewerben regional sehr unterschiedlich ist. Dies betrifft sowohl die Bundesländer als auch die verschiedenen Gewerbegruppen und Berufe. Die Datenbank der Handwerksorganisationen bietet interessante Einblicke in die Entwicklungen und Trends der Branche.
Für die Ausbildungsverhältnisse im Handwerk sind ebenfalls relevante Zahlen verfügbar, die aufzeigen, wie sich die berufliche Bildung in den letzten Jahren entwickelt hat. Diese Informationen sind essentiell, um die Situation besser zu verstehen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung einzuleiten. Die Notwendigkeit, die Qualität der Ausbildung zu steigern und gleichzeitig die Anzahl der Betriebe zu sichern, bleibt eine der größten Herausforderungen der Branche.
Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im Tischlerhandwerk weiterentwickelt. Die Versammlung hat deutlich gemacht, dass es sowohl Lichtblicke als auch dunkle Wolken gibt. Doch die Entschlossenheit der Beteiligten, die Herausforderungen anzugehen, ist spürbar – und das gibt Hoffnung für die Zukunft.