Heute ist der 3.05.2026 und in Cuxhaven spüren Autofahrer eine gewisse Erleichterung an der Tankstelle. Ab dem 1. Mai 2026 gilt eine Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter für Benzin und Diesel. Diese Maßnahme soll die Verbraucher um insgesamt 1,6 Milliarden Euro entlasten. So sanken die Preise für Sprit in Niedersachsen: In Stotel um 17 Cent, in Hannover auf 2,04 Euro für Diesel und 1,99 Euro für Benzin. In Braunschweig gab es sogar kurzfristig Diesel unter 2 Euro. Während die bundesweiten Tankpreise im Durchschnitt um 10 Cent gesunken sind, liegen sie dennoch Ende April bei 2,20 Euro pro Liter Diesel und 2,10 Euro pro Liter Benzin.
Die Steuersenkung ist zunächst bis Ende Juni 2026 gültig, doch es gibt auch kritische Stimmen zu dieser Regelung. Die Missachtung des Österreich-Modells, welches Preissteigerungen nur um 12 Uhr erlaubt, kann mit bis zu 100.000 Euro bestraft werden. Laut einer SWR-Datenanalyse halten sich jedoch viele Tankstellen nicht an diese Vorschrift. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung bezeichnet den Tankrabatt als teuer und nicht zielgenau. Sie fordert eine strengere Marktaufsicht und weist auf die fehlenden Entlastungsgelder im Bundeshaushalt hin. Trotz der sinkenden Preise sind diese im Vergleich zu den Zeit vor dem Iran-Krieg weiterhin hoch, während steigende Ölpreise die Benzinpreise nach wie vor in die Höhe treiben.
Kritik am Österreich-Modell
Der ADAC zieht eine kritische Bilanz zum Österreich-Modell der Preisregulierung von Kraftstoffen. Diese Regelung erlaubt es den Mineralölkonzernen, die Preise lediglich einmal täglich um 12 Uhr zu erhöhen. Seit der Einführung am 1. April 2026 sind die durchschnittlichen Spritpreise sogar gestiegen. Dieselpreise überschreiten seit dem ersten Tag das mehrjährige Allzeithoch und verteuerten sich innerhalb einer Woche um mehr als 13 Cent auf 2,447 Euro pro Liter. Auch Super E10 hat sich im Tagesdurchschnitt um über 8 Cent auf 2,188 Euro pro Liter erhöht. Der ADAC sieht dieses Modell als zahnlos an, da ein Eingreifen des Bundeskartellamtes und der Länderbehörden bislang ausbleibt.
Die Mineralölkonzerne nutzen die Möglichkeit, die Preise um bis zu 12 Cent bei Diesel und bis zu 10 Cent bei Super E10 zu erhöhen. Trotz der neuen Regelung bleiben die Ölpreise auf ähnlichem Niveau wie vor der Neuregelung. Der ADAC fordert daher ein Eingreifen der Kartellbehörde und die Nutzung höherer Befugnisse, um den Preisanstieg zu bremsen. Außerdem wird eine Senkung der Energiesteuer für Diesel auf den EU-Mindeststeuersatz ins Spiel gebracht, die Kosten um etwa 15 Cent je Liter reduzieren könnte. Auch die Senkung der Stromsteuer zur Entlastung der Privathaushalte wird von ADAC-Präsident Karsten Schulze gefordert.
Die jüngsten Entwicklungen an den Tankstellen zeigen, dass die Verbraucher weiterhin unter den hohen Preisen leiden. Es bleibt abzuwarten, ob die neuen Maßnahmen tatsächlich die erhoffte Entlastung bringen oder ob die Preispolitik der Mineralölkonzerne weiterhin die Oberhand behält. Die Diskussion um den Tankrabatt und die Preisregulierung wird sicherlich auch in den kommenden Wochen und Monaten ein heißes Eisen bleiben.