Ein ganz normaler Samstagabend in Tostedt, könnte man meinen. Doch die Realität sah etwas anders aus, als ein 40-Jähriger um 18:30 Uhr plötzlich vor der Polizeistation auftauchte. Auf den ersten Blick war klar, dass er mehr als nur ein paar Gläser Bier intus hatte. Der Eindruck des Angetrunkenen verstärkte sich, als die Beamten Hinweise erhielten, dass er mit seinem Auto vorgefahren war. Und die Videoüberwachung bestätigte, was die Polizisten schon vermutet hatten – er war definitiv alkoholisiert unterwegs. Ein Atemalkoholtest ergab einen beachtlichen Wert von 1,82 Promille. Das ist nicht nur zu viel, sondern auch ein klarer Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung. Im Krankenhaus Buchholz bekam er eine Blutprobe abgenommen, und ein Strafverfahren wurde gegen ihn eingeleitet.

Die Nacht nahm ihren Lauf, und um 2:30 Uhr meldete ein Autofahrer eine Radfahrerin, die wie ein Wackelpudding auf der Bremer Straße in Buchholz fuhr. Die 44-Jährige, so viel sei gesagt, hatte ebenfalls einen über den Durst getrunken. Ihr Atemalkoholwert betrug stolze 1,98 Promille. Auch sie musste sich einer Blutentnahme unterziehen, und das Strafverfahren war auch hier unausweichlich.

Junge Fahrer in der Klemme

Es wird nicht besser, denn um 3:20 Uhr kontrollierten die Beamten einen Audi A4 in Stelle. Der 19-jährige Fahrer hatte ebenfalls ein alkoholisches Getränk zu viel genossen, er kam auf 1,22 Promille. Die Polizei handelte schnell, wie man es erwarten würde: Blutentnahme, Fahrzeugschlüssel sichergestellt, und die Mitfahrer, die 17 und 18 Jahre alt waren, wurden sicher nach Hause gebracht. Ein weiteres Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr wurde eingeleitet. Man fragt sich, was in den Köpfen dieser jungen Fahrer vorgeht, wenn sie sich trotz des Wissens um die Gefahren und Strafen ans Steuer setzen.

Die rechtlichen Konsequenzen für Trunkenheit am Steuer sind nicht zu unterschätzen. Um jemanden für das Fahren unter Alkoholeinfluss belangen zu können, müssen handfeste Beweise vorliegen. Verdacht allein reicht nicht aus. Die Polizei muss nachweisen, dass die Person ein Fahrzeug geführt hat und alkoholisiert war. Und das Führen eines Fahrzeugs bedeutet mehr als nur auf dem Fahrersitz zu sitzen oder den Motor anzulassen. Es muss nach außen hin erkennbar sein, dass das Fahrzeug in Bewegung gesetzt und gelenkt wurde. In der Regel erfolgt der Nachweis durch Atem- oder Blutproben, wobei Letztere oft erst später ermittelt werden und möglicherweise niedriger ausfallen als zum Zeitpunkt der Kontrolle.

Ein ernstes Thema

Die Zahlen sind alarmierend. Alkohol am Steuer ist eine häufige Ursache für schwere Verkehrsunfälle in Deutschland. Bei einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,3 Promille steigt das Unfallrisiko signifikant. Und wenn man bei 1,0 Promille ist, kann das Risiko bis zu siebenmal höher sein als bei nüchternen Fahrern. Die gesetzlichen Grenzwerte sind klar definiert: 0,0 Promille für Fahranfänger und unter 21-Jährige, 0,5 Promille gilt als Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille wird es zur Straftat. Besonders gravierend wird es bei über 1,6 Promille – hier ist eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) Pflicht zur Wiedererlangung des Führerscheins.

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Die Strafen sind drastisch. Bei Werten zwischen 0,5 und 1,09 Promille drohen Bußgelder zwischen 500 und 1500 Euro, ein Fahrverbot von ein bis drei Monaten und Punkte in Flensburg. Ab 1,1 Promille wird es ernst: Führerscheinentzug für mindestens sechs Monate und bis zu einem Jahr Geld- oder sogar Freiheitsstrafe. Es ist kein Spaß, und die Folgen können für die Betroffenen weitreichend sein. Die Wiedererlangung des Führerscheins kann sich über Monate oder Jahre hinziehen, und die Kosten für MPU und Nachschulungen summieren sich schnell.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Verzicht auf Alkohol am Steuer ist die beste Strategie. Die Gefahren sind nicht nur für den Fahrer selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer immens. Wenn man den Abend mit ein paar Drinks ausklingen lassen möchte, sollte man sich besser auf öffentliche Verkehrsmittel oder Mitfahrgelegenheiten verlassen. Denn der Preis für ein wenig Spaß kann schnell viel zu hoch werden.