Lärm zwischen Freude und Frust: Celles Züge bringen unerwartete Geräusche mit sich
Der Zugverkehr in Celle hat nach der Sanierung der Strecke wieder Fahrt aufgenommen, doch die Freude über die Rückkehr der Züge wird von einem unerwarteten Nebeneffekt getrübt. Ortsbürgermeisterin Karin Abenhausen hat bereits mehrfach auf das unangenehme Jaulen und Pfeifen hingewiesen, das die Züge erzeugen. Eine gewisse Ironie kann man kaum leugnen: Da freut man sich über eine modernisierte Strecke, und was bekommt man dafür? Nervige Geräusche, die selbst 1,5 Kilometer entfernt deutlich zu vernehmen sind. Irgendwie fühlt sich das nicht richtig an.
Die Anwohner haben sich bereits zu Wort gemeldet, und die Bahn hat auf die Beschwerden reagiert. Man erklärte, dass solche Geräusche nach einer Sanierung auftreten können, jedoch rasch wieder verfliegen sollten. Doch das Pfeifen – das beginnt lange vor dem Eintreffen des Zuges und hallt nach dessen Abfahrt nach. Unheimlich, oder? Es ist nicht nur untypisch, dass diese Geräusche auf geraden Strecken auftreten, sondern sie betreffen auch alle Zugtypen: ICE, Regionalzüge, S-Bahnen und sogar Güterzüge. Das macht die Sache nicht einfacher.
Technische Lösungen gefordert
Karin Abenhausen hat, ganz im Sinne der betroffen Anwohner, bereits technische oder mechanische Lösungen zur Lärmminderung gefordert. Es ist zu hoffen, dass die Bahn hier nicht nur mit wohlklingenden Worten antwortet, sondern auch konkrete Maßnahmen ergreift. Schließlich gibt es bereits Ansätze zur Lärmminderung, die aus verschiedenen Ebenen stammen. Das Bundesverkehrsministerium und die Schienenverkehrsgüterindustrie haben Anstrengungen unternommen, Schienengüterverkehrslärm zu senken. Ein Beispiel dafür ist die Förderung der Umrüstung von GG-Sohlen zu LL-Sohlen für Bestandsgüterwagen. Diese Umrüstung ist inzwischen abgeschlossen und könnte auch in Celle von Vorteil sein.
Das Schienenlärmschutzgesetz, das eine Lärmminderung um bis zu 10 dB(A) für Schienengüterzüge ermöglicht, steht ebenfalls in den Startlöchern. Zukünftige Maßnahmen müssen jedoch aufeinander abgestimmt sein. Die Planung neuer Trassen, Fahrzeugtechnik, Lärmschutzmaßnahmen, Verkehrsplanung und rechtliche Regelungen müssen Hand in Hand gehen, um die Lärmbelastung effektiv zu reduzieren. Dabei gibt es einen Unterschied zwischen aktivem und passivem Schallschutz: Aktive Maßnahmen wirken direkt an der Schallquelle, während passive Lösungen am Immissionsort ansetzen. Schallschutzwände könnten in Celle ebenfalls eine Option sein, um den Lärm um bis zu 10 dB(A) zu reduzieren. Das wäre doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung!
Europäische Vorgaben und Ausblick
Es gibt auch europäische Vorgaben, die in die Überlegungen einfließen müssen. Die Europäische Kommission hat ein Lärmschutzkonzept für „leisere Strecken“ beschlossen. Ab dem Fahrplanwechsel 2024/2025 wird auf diesen Strecken ein Betriebsverbot für bestimmte Güterwagen gelten. Das betrifft insbesondere Güterwagen mit Grauguss-Bremsklotzsohlen, die etwa 10 dB lauter sind als ihre leiseren Pendants. Damit wird ein weiterer Anreiz geschaffen, auf leisere Technologien umzusteigen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Herausforderungen, die mit dem Zugverkehr einhergehen, vielschichtig sind. Die Auseinandersetzung mit dem Lärm ist nur ein Teil des großen Ganzen. Die Anwohner in Celle haben ein Recht auf Ruhe und sollten nicht unter den Geräuschen der modernisierten Bahnstrecke leiden müssen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv die Bahn auf die Beschwerden und Forderungen reagiert. Vielleicht gibt es doch bald eine Lösung, die das Jaulen und Pfeifen der Züge in Celle mildert.
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