Eichen unter Beschuss: Der Eichenprozessionsspinner sorgt für Alarm in Celle
Die Sonne blitzt durch die Baumwipfel, und die Eichen im Landkreis Celle stehen majestätisch da – bis auf ein kleines, aber lästiges Problem. Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) hat in Niedersachsen, und vor allem hier in Celle, ein regelrechtes Comeback gefeiert. Man könnte sagen, der kleine Schmetterling hat sich zum neuen Untermieter an den Eichen etabliert und sorgt für große Aufregung. Die Raupen, die sich von Eichenlaub ernähren, haben nicht nur das Potenzial, die Bäume zu schädigen, sondern auch für die Menschen zur echten Gefahr zu werden.
Die brennenden Haare dieser kleinen Biester sind der Grund, warum in stark frequentierten Bereichen wie Spielplätzen, Schulen und Freibädern große Aufräumaktionen stattfinden. Brennhaare, die bei Kontakt Hautreizungen, Juckreiz und in schlimmeren Fällen sogar Atemnot oder allergische Schocks auslösen können. Tim Stratmann, ein Baumpfleger, hat sich auf die Mission gemacht, die Nester der Raupen mit einem industriellen Staubsauger zu entfernen – ganz in Schutzmontur, versteht sich. „Das sieht schon lustig aus, wenn man mit so einem Teil durch den Park geht“, sagt er schmunzelnd. Aber die Arbeiten dauern noch bis August an, und wir alle hoffen, dass die Raupen so schnell wie möglich verschwinden.
Ein natürlicher Feind?
Ein wenig Hoffnung gibt es trotzdem. Der Landkreis Celle testet Nistkästen für Meisen an Eichen, um die Raupenpopulation auf natürliche Weise zu reduzieren. Erste Beobachtungen zeigen, dass in diesen Bereichen möglicherweise weniger Nester zu finden sind. Aber, das ist auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Klimawandel könnte die Ausbreitung der Eichenprozessionsspinner noch weiter begünstigen, und wir befinden uns mitten in einem Teufelskreis. Massenvermehrungen dieser Schmetterlingsart sind zwar Teil der natürlichen Populationsdynamik, aber die Häufigkeit und Intensität der Ausbreitung in den letzten Jahren macht uns Sorgen.
Besonders problematisch wird es ab dem dritten Larvenstadium, das von April bis Mai reicht. Dann beginnen die Raupen, die gefürchteten Brennhaare zu entwickeln. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein, das nicht nur für uns Menschen unangenehme Hautreaktionen hervorruft, sondern auch Atemprobleme verursachen kann. Es ist also höchste Vorsicht geboten! Die Symptome können von einfacheren Hautreaktionen bis hin zu schwerwiegenden Atembeschwerden reichen. Manch einer könnte sogar einen allergischen Schock erleiden – und das will niemand erleben.
Maßnahmen zur Bekämpfung
Die Bekämpfung dieser Plagegeister erfolgt auf verschiedene Arten. Mechanisch, thermisch oder sogar biologisch – die Palette der Methoden ist breit. Ganz ohne Chemie kommt man in vielen Fällen nicht aus, aber man sollte sich der Risiken bewusst sein. Denn die Mittel, die wir einsetzen, können auch geschützte Tierarten gefährden. Das bedeutet, dass wir alle Anstrengungen unternehmen sollten, um den Einsatz dieser Mittel auf das notwendige Minimum zu beschränken.
Das Umweltbundesamt rät zu einem nachhaltigen Management, um das Problem langfristig zu lösen. Wenn wir die Nester absaugen, sollten wir darauf achten, dies bei windstillem Wetter zu tun. Ansonsten könnte der Wind die gefährlichen Haare ungewollt verbreiten. Außerdem gibt es durchaus auch thermische Methoden, die in Gespinstnester heißes Wasser oder Heißschaum einbringen, um die Raupen abzutöten und die Brennhaare zu denaturieren. Aber Achtung, ungeschütztes Abflammen oder das Fällen von Bäumen ist nicht zu empfehlen.
Vorsicht ist besser als Nachsicht
Von Mai bis November ist der Gefahrenzeitraum für den Kontakt mit den Eichenprozessionsspinnern besonders hoch. Die Raupen sind dann oft in Gruppen unterwegs und die Gespinstnester sind leicht zu erkennen. Wer an einem befallenen Baum vorbeikommt, sollte auf jeden Fall Abstand halten. Und das nicht nur für sich selbst, sondern auch für die lieben Kleinen. Denn die Symptome der Raupendermatitis sind alles andere als spaßig – von Hautausschlägen über Brennen und Juckreiz bis hin zu Atembeschwerden ist alles dabei. Falls dennoch der Kontakt nicht zu vermeiden ist, sollte man schnell handeln: Kleider wechseln, gründlich duschen und bei Symptomen einen Facharzt aufsuchen. In schlimmen Fällen kann es sogar zu einem allergischen Schock kommen, und das ist alles andere als ein Zuckerschlecken!
So bleibt uns nur, die Eichen im Auge zu behalten und die kleinen Ungeziefer in Schach zu halten. Die Natur hat ihre eigenen Mittel, und vielleicht wird bald eine neue Generation von Meisen die Raupenpopulation auf natürliche Weise regulieren. Aber bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als wachsam zu sein und uns gut zu schützen.
