Am 20. Mai 2026 wurde in Celle ein bedeutendes Stück Geschichte zurückgebracht – die Statue von Albrecht Thaer, dem Begründer der modernen Landwirtschaft. Nach monatelanger Abwesenheit erstrahlt das Denkmal nun in neuem Glanz. Die Wiederaufstellung war nicht nur ein einfacher Akt, sondern das Ergebnis einer intensiven Restaurierung, die durch die Lindhorst Gruppe finanziert und organisiert wurde.
Die Statue war in einem besorgniserregenden Zustand. Stark verschmutzt und mit feinen Haarrissen geschädigt, bedurfte sie einer gründlichen Behandlung. Um den alten Glanz wiederherzustellen, wurde mit 130 Grad heißem Wasserdampf und Wasserstoffperoxid gereinigt, bevor jeder Riss mit Marmormehl verschlossen wurde. Ein abgebrochener Finger wurde mit Restaurationsmörtel nachgebildet – eine kleine, aber wichtige Detailarbeit, die die Integrität des Denkmals wiederherstellt. Jürgen Lindhorst, der für die Restaurierung verantwortlich war, ist sichtlich stolz auf das Ergebnis.
Ein umstrittener Standort
Die Statue steht nun wieder auf ihrem ursprünglichen Sockel, allerdings gibt es gemischte Gefühle über diesen Standort. Dr. Franz-Peter Engling und Burkhard Diercks von den Albrecht-Thaer-Vereinen äußerten ihre Enttäuschung über die Rückkehr an die stark befahrene Kreuzung. Diercks schlug den Arno-Schmidt-Platz vor, während Engling den Schlosspark als alternativen Standort favorisiert. Man fragt sich, ob es nicht bessere, zugänglichere Orte für dieses Denkmal gibt.
Die Stadt Celle plant eine Rückkehr des Denkmals an den historischen Standort in den Triftanlagen, jedoch sind die politischen Entscheidungen darüber noch ungewiss. Die Albrecht-Thaer-Gesellschaft Hannover gilt zwar als Eigentümer des Denkmals, doch gibt es bisher keine Belege dafür. Steinmetz Tim Pahl hat bereits seine Dienste angeboten, falls eine erneute Versetzung notwendig werden sollte – so viel zu den Unsicherheiten!
Ein Blick in die Zukunft
Albrecht Thaer wird am 14. Mai 2027 seinen 275. Geburtstag feiern, und die Vorbereitungen für eine große Festveranstaltung laufen bereits. Außerdem steht 2028 der 200. Todestag Thaers vor der Tür, was die Bedeutung dieses Denkmals weiter unterstreicht. Die Lindhorst Gruppe, die auch landwirtschaftliche Aktivitäten in Brandenburg betreibt, hat sich stark für die Aufwertung von Thaers Erbe eingesetzt. So wird auch das Rittergut Möglin, Thaers ehemaliger Wohnort, denkmalgerecht saniert und soll bis 2027 Miet- und Eigentumswohnungen bieten.
All diese Diskussionen und Planungen zeigen, wie wichtig das Andenken an Albrecht Thaer für die Region ist – sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Gesellschaft. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden und ob die Statue bald an einem besser zugänglichen und touristisch attraktiveren Ort steht. Die Restaurierung war nur der erste Schritt auf einem langen Weg, der noch viele Überraschungen bereithalten könnte.