Die Küstenfischerei an der Nordsee steht vor einem tiefgreifenden Wandel – und dieser hat es in sich! Die Kutterflotte, die seit Jahren ein vertrauter Anblick an den Stränden ist, soll nun an die schrumpfenden Fanggebiete angepasst werden. Die Bundesregierung hat ein millionenschweres Abwrackprogramm aufgelegt, um dieser Herausforderung zu begegnen. Bis Ende März sind bereits 48 Anträge in der ersten Förderrunde eingegangen. Das klingt nach viel, aber die Nachfrage übersteigt die verfügbaren Mittel, sodass einige Fischer in der Warteschleife hängen. Das Programm zielt darauf ab, die Anzahl der Kutter an der deutschen Nordseeküste um etwa 30% zu reduzieren. Eine nicht gerade kleine Zahl!

Das Abwrackprogramm hat eine Fördersumme von 20 Millionen Euro bereitgestellt, wobei 75% für die Krabbenfischerei und 25% für die Plattfischfischerei vorgesehen sind. Viele Fischer sind skeptisch und kritisieren die immer knapper werdenden Fanggebiete, die durch Offshore-Windparks und neue Meeresschutzgebiete weiter belastet werden. Außerdem sind viele Kutter überaltert – die wirtschaftlichen Perspektiven sind nicht gerade rosig. In der ersten Förderrunde, die mit 12 Millionen Euro ausgestattet war, sollen die Kutter im Laufe des Jahres abgerissen werden. Voraussichtlich wird es sieben bis acht Krabbenkutter in Niedersachsen und Schleswig-Holstein treffen, während zwei Anträge von Plattfischfischern genehmigt werden könnten. Doch die Fördersummen für die kommenden Runden sind noch nicht festgelegt, und Fischer, deren Anträge leer ausgingen, können in der zweiten Runde ihr Glück erneut versuchen.

Ein tiefgreifender Wandel

Der Klimawandel macht auch vor der Fischerei nicht Halt. Die Anpassung an veränderte Produktionsbedingungen ist entscheidend. Der verstärkte Schutz der Fischbestände wird gefordert, um einen anthropogenen Druck zu verringern und die Eutrophierung zu reduzieren. Schließlich ist es nicht nur eine Frage der Wirtschaftlichkeit, sondern auch der ökologischen Verantwortung. Die Fangquoten, die regeln, wo und wie viel Fisch gefangen werden darf, resultieren aus politischen Verhandlungen auf europäischer Ebene. Ein Thema, das nicht einfach ist und von vielen Seiten beleuchtet werden muss.

Wissenschaftliche Empfehlungen zur Festlegung der Fangquoten kommen unter anderem vom ICES, und die Thünen-Institute für Seefischerei unterstützen diese mit ihren Erkenntnissen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) trägt die politische Verantwortung für die deutsche Seefischerei und vertritt Deutschland in den Verhandlungen um die Fangquoten. Die Prinzipien für die Bewirtschaftung der Bestände, wie der höchstmögliche Dauerertrag, sind wichtige Leitlinien, die jedoch nicht immer befolgt werden.

Eine nachhaltige Zukunft?

Die Situation ist angespannt: Viele Fischbestände, besonders im Schwarzen Meer und in der Ostsee, haben sich von Überfischung nicht erholt. Die Kritiker der Ostseefischerei fordern eine Neuausrichtung, und im November 2022 wurde eine Leitbildkommission gegründet, die konkrete Maßnahmen zur nachhaltigen Ostseefischerei entwickeln soll. Die Agenda zur Anpassung von Landwirtschaft und Fischerei an den Klimawandel ist ein weiterer Schritt, um die Herausforderungen zu meistern. Hierbei geht es nicht nur um ökologische Aspekte, sondern auch um die wirtschaftlichen Perspektiven der Fischer.

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Fischereibetriebe müssen sich auf die Veränderungen der Produktionsbedingungen einstellen und sich anpassen. Dabei können Fangmethoden, Zielarten und sogar die Bewirtschaftung von Aquakulturanlagen betroffen sein. Die öffentliche Hand sollte günstige Rahmenbedingungen schaffen, um diese Anpassungsmaßnahmen zu unterstützen. Das ist eine Mammutaufgabe, und man fragt sich: Wie wird die Zukunft der Fischerei in Deutschland aussehen? Die Antworten sind so vielschichtig wie das Thema selbst.