Heute ist der 20.04.2026 und die Bürger in Nordrhein-Westfalen haben entschieden: Die Region „KölnRheinRuhr“ möchte sich um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben. In einer beeindruckenden Wahlbeteiligung stimmten rund zwei Drittel der Teilnehmer in 16 von 17 Städten für die Kandidatur. Mehr als 1,4 Millionen Menschen nahmen an der Abstimmung teil, was etwa einem Drittel der Wahlberechtigten ausmacht.
Die Abstimmung fand ausschließlich per Briefwahl statt, wobei die Wahlunterlagen automatisch per Post versandt wurden. Ministerpräsident Hendrik Wüst bezeichnete die hohe Beteiligung als herausragend und als größte direktdemokratische Beteiligung in der olympischen Geschichte Deutschlands. Während in Herten die erforderliche Zustimmung von 15% nicht erreicht wurde – hier stimmten nur 12,55% für die Bewerbung – gab es in anderen Städten deutliche Mehrheiten. So unterstützten beispielsweise 67,2% der Düsseldorfer und stolze 74,5% der Mönchengladbacher die Olympiabewerbung.
Die führende Stadt und die Konkurrenz
Köln, die „Leading City“ der Bewerbung, verzeichnete eine Zustimmung von 57,4%. Doch die Region ist nicht allein im Rennen um die Olympischen Spiele. Städte wie München, Hamburg und Berlin haben ebenfalls ihre Bewerbungen vorgelegt. München hat bereits eine Zwei-Drittel-Mehrheit bei einem Bürgerentscheid erzielt, was die Konkurrenzsituation spannend macht.
Die Pläne für die Olympiabewerbung von Nordrhein-Westfalen setzen auf bereits vorhandene Sportstätten, um teure Neubauten zu vermeiden. Geplant sind unter anderem ein temporäres Leichtathletikstadion und ein Athletendorf in Köln. Kritiker warnen jedoch vor den hohen Kosten, die auf etwa 4,8 Milliarden Euro geschätzt werden, während die prognostizierten Einnahmen bei rund 5,2 Milliarden Euro liegen.
Ein weiterer Schritt in die Zukunft
Obwohl die Zustimmung zur Bewerbung ein wichtiger erster Schritt ist, stellt sie noch keine endgültige Entscheidung für die Austragung der Sommerspiele dar. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wird am 26. September 2026 über den deutschen Bewerber entscheiden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird frühestens 2027 über den Austragungsort für die Sommerspiele 2036 entscheiden. Interessenten aus anderen Ländern, wie Katar, Indien und Südafrika, haben ebenfalls ihr Interesse bekundet.
Die Olympischen Spiele 2028 finden in Los Angeles statt, während die Spiele 2032 in Brisbane ausgetragen werden. Die Entscheidung steht also noch aus, aber die Bürger in Nordrhein-Westfalen haben ein klares Zeichen gesetzt: Sie sind bereit, die Herausforderung anzunehmen und die Region KölnRheinRuhr ins olympische Licht zu rücken.