Klangfarben im Kurhaus: Hayato Sumino erweckt Friedrich Guldas Meisterwerk zum Leben
Heute, am 3. Juli 2026, erstrahlt das Kurhaus in Wiesbaden in voller Pracht. Dieses beeindruckende Gebäude, einer der prunkvollsten Festbauten Deutschlands, dient nicht nur als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Kurstadt, sondern auch als Bühne für musikalische Höhepunkte. Unter den neugierigen Blicken des Publikums wird hier eine besondere Darbietung erwartet: der Pianist Hayato Sumino, ein Residenzkünstler des Rheingau Musik Festivals, wird Guldas „Concerto for Myself“ aufführen.
Friedrich Gulda, 1930 in Wien geboren, war ein wahres Enfant terrible seiner Zeit. Seine unkonventionellen Auftritte, darunter ein Nacktauftritt und die kurvenreiche Geschichte seines eigenen Todes, sind legendär. Er war bekannt dafür, Einladungen zu Festivals zu meiden – auch die im Rheingau. Doch heute wird sein Werk wieder zum Leben erweckt. Hayato Sumino, der 1995 das Licht der Welt erblickte und inzwischen über 1,5 Millionen Abonnenten auf seinem YouTube-Kanal hat, wird die Deutschen Kammerphilharmonie Bremen leiten. Mit einer klaren, strukturierten Spielweise fasziniert er das Publikum, besonders in den barockisierenden und klassizistischen Passagen.
Ein musikalisches Erlebnis im Kurhaus
Die Aufführung des „Concerto for Myself“ ist ein echtes Highlight. Sumino, der mit den Musikern Marty Holoubek (E-Bass) und Shun Ishiwaka (Schlagzeug) auf Augenhöhe spielt, bringt jazzige Elemente in Guldas Werk ein. Die Zuhörer werden von der Energie und der Improvisation, die zum Schluss in einer Jazzsession gipfelt, mitgerissen. Und nicht zu vergessen die Bach-Zugabe, die das Konzert auf eine besonders harmonische Weise abrundet.
Vor dem Guldakonzert spielt die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen Beethovens „Coriolan“-Ouvertüre und die berühmte Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67. Unter der Leitung von David Danzmayr wird die Aufführung der Sinfonie jedoch als weniger gelungen beschrieben, da es an Transparenz und Phrasierung mangelt. Die Frage bleibt, ob die großartige Akustik des Friedrich-von-Thiersch-Saals, der als einzigartig unter den Konzertsälen Deutschlands gilt, dem Orchester nicht entgegenkam.
Ein Ort der Begegnung und des Genusses
Das Kurhaus selbst bietet mit seinen zehn Sälen und Salons, die in verschiedenen Größen und Stilen gestaltet sind, einen repräsentativen Rahmen für zahlreiche Veranstaltungen. Die neoklassizistischen Kolonnadengänge laden geradezu zum Flanieren ein. Und was wäre ein Konzertbesuch ohne eine kleine Auszeit im weitläufigen Kurpark hinter dem Kurhaus? Hier kann man in den Pausen die Seele baumeln lassen, während die Konzertmuschel am Weiher einen idealen Rahmen für musikalische Einlagen bietet.
So wird der Abend im Kurhaus Wiesbaden zu einem Fest für die Sinne. Der Klang der Musik, die Atmosphäre des Ortes und das Zusammenspiel der Künstler schaffen ein Erlebnis, das noch lange nachklingt. Und wer weiß, vielleicht wird Friedrich Gulda heute Abend auf seine ganz eigene Art und Weise wieder lebendig – in den Herzen und Ohren der Zuhörer.
Unsere neue VeloCore-Plattform vereint mehrere zentrale Stärken: hervorragende Ladezeiten, hohe Datenschutzstandards und eine wartbare, redaktionell skalierbare Architektur. Die Umsetzung durch Daniel Wom schafft damit eine zukunftssichere und qualitativ hochwertige Basis für unser Magazin.
