Heute ist der 1.07.2026 und während ich hier in Wiesbaden sitze, gibt es Neuigkeiten, die für so manchen von uns ein wenig schockierend sein dürften. Die Zahl der Einkommensmillionäre in Hessen hat eine neue, beeindruckende Grenze überschritten. Im Jahr 2022 gab es erstmals mehr als 3.000 Menschen, die ein Jahreseinkommen von mindestens einer Million Euro versteuerten. Um genau zu sein, waren es 3.083 Steuerpflichtige – ein Anstieg von 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Man fragt sich wirklich, wo diese Menschen ihr Geld herbekommen und wie sie es anlegen.

Der Aufstieg war nicht immer gleichmäßig. 2020 waren es noch 2.355 Millionäre, und schon 2021 stieg die Zahl auf 2.856. Das klingt alles sehr beeindruckend, doch hier kommt der Clou: Trotz der steigenden Anzahl sank das Gesamteinkommen dieser Gruppe im Jahr 2022 auf rund 8,0 Milliarden Euro. Ein Rückgang von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Komisch, oder? Wenn man denkt, dass die Zahlen immer weiter nach oben gehen sollten. Der durchschnittliche Einkommensmillionär in Hessen verdiente 2022 „nur“ 2,6 Millionen Euro, nachdem es im Jahr 2021 noch 3,1 Millionen Euro waren.

Die Einkommensquellen

Was steckt hinter diesen Zahlen? Die wichtigste Einkunftsquelle der Millionäre war der Gewerbebetrieb. Rund 2.000 Einkommensmillionäre stammen aus diesem Bereich und bringen ein Gesamtvolumen von 4,5 Milliarden Euro mit sich. Aber auch nichtselbstständige Arbeit spielt eine Rolle – hier sind es 2.382 Personen, die ihre Einkünfte aus einem „normalen“ Job beziehen. Vermietung und Verpachtung sind ebenfalls bedeutende Einkunftsquellen. Man fragt sich: Wie viel Miete muss man für eine gute Lage zahlen, um in diese Millionärsgruppe zu kommen?

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die regionale Verteilung. Der Hochtaunuskreis führt mit 20,7 Millionären je 10.000 Einwohner. Und in Königstein im Taunus, einer kleinen Gemeinde, sind es sogar 71,2 Millionäre auf 10.000 Einwohner. Das ist schon eine ganz andere Liga. Wenn man sich die durchschnittlichen Einkünfte in Biebergemünd ansieht, könnte man fast vor Neid erblassen – dort erzielen die Einkommensmillionäre durchschnittlich 22,0 Millionen Euro. Einfach unglaublich!

Ein Blick auf die Steuerpflichtigen

Rund 3,3 Millionen Lohn- und Einkommensteuerpflichtige in Hessen stehen den 3.083 Einkommensmillionären gegenüber. Das Verhältnis ist also mehr als spannend. Über die Hälfte dieser Steuerpflichtigen, genau 51,1 Prozent, verdiente im Jahr 2022 höchstens 35.000 Euro. Und das macht nur 16,2 Prozent der gesamten hessischen Einkünfte aus – da fragt man sich, ob das System nicht etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Einkommensmillionäre repräsentieren nur 0,1 Prozent aller Steuerpflichtigen, vereinen jedoch erstaunliche 4,8 Prozent der gesamten hessischen Einkünfte auf sich.

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Die Gesamteinkünfte aller Steuerpflichtigen in Hessen betrugen 165,8 Milliarden Euro und verzeichneten einen Anstieg von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahlen sind beeindruckend, aber auch ein wenig beunruhigend, wenn man die Armutsquote in Frankfurt betrachtet, die bei 21 Prozent liegt – also über dem Bundesdurchschnitt von 16 Prozent. Es ist fast so, als leben hier zwei Welten nebeneinander.

Ein kurzer Blick in die Zukunft

Die Daten stammen aus dem Veranlagungsjahr 2022 und wurden aufgrund langer Bearbeitungsfristen erst jetzt veröffentlicht. Man fragt sich manchmal, wie lange es noch dauert, bis die Statistiken die Realität widerspiegeln. Der Druck auf die Steuerbehörden, solche Zahlen zeitnah zu veröffentlichen, wird wohl nicht geringer werden, besonders wenn man die rasant steigende Zahl der Einkommensmillionäre betrachtet.

Insgesamt zeigt sich: Hessen ist ein Land der Gegensätze. Auf der einen Seite die glitzernden Einkommensmillionäre, die das Licht der Öffentlichkeit anziehen, und auf der anderen Seite die große Masse der Steuerpflichtigen, die oft im Schatten steht. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Dynamik in den kommenden Jahren entwickeln wird und ob die Kluft zwischen Arm und Reich nicht noch größer wird.

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