Am 22. Mai 2026 um 19:30 Uhr wird im Hessischen Staatstheater Wiesbaden ein ganz besonderer Abend eingeläutet. Die Premiere von „Isithunzi“ steht bevor – ein Musiktheater, das die Sinne berührt und die Herzen öffnet. Der Eintrittspreis von 18,00 Euro ist wahrlich ein Schnäppchen für das, was erwartet wird. Schon um 18:45 Uhr gibt’s ein Einführungsgespräch, das von der Intendantin Dorothea Hartmann gemeinsam mit dem Dirigenten Jonathan Nott moderiert wird. Hier können die Zuschauer in die Welt von „Isithunzi“ eintauchen und sich auf die bevorstehenden Klänge einstimmen.
„Isithunzi“ – das klingt schon fast magisch, oder? Der Titel, der auf Zulu „Würde“ und „Geist des Todes und der Erneuerung“ bedeutet, setzt den Ton für das, was kommen wird. Die Handlung folgt drei Protagonist*innen, die sich durch ihre Erinnerungen und Träume bewegen, während sie eine tiefere Verbindung zu ihren Ahnen suchen. Diese Reise ins Innere wird von der südafrikanischen Komponistin Monthati Masebe kunstvoll begleitet, die westliche Instrumente mit indigenen Klängen und Live-Elektronik kombiniert. Ihre Musik ist eine Brücke zwischen Tradition und Moderne.
Klangwelten und kulturelle Wurzeln
Der kreative Kopf hinter „Isithunzi“ ist Monthati Masebe, die nicht nur als Komponistin, sondern auch als Performerin in Erscheinung tritt. Man kann sich vorstellen, wie sie selbst auf der Bühne steht und elektronische Klangwelten entfaltet, die das Publikum in ihren Bann ziehen. Interessant ist, dass dieses Stück ursprünglich für die Münchener Biennale entstand und sich mit Fragen zu Klängen, Geschichten und der Zuhörerschaft auseinandersetzt. Masebe hat sich zudem als Initiatorin eines Archivs der kulturellen Klänge Afrikas einen Namen gemacht – ein wahres Erbe, das sie bewahrt und gleichzeitig neu interpretiert.
Die Inszenierung liegt in den Händen von Theresa Maria Schlichtherle, während die Choreografie von Tumi Sharon Mkhondo stammt. Man darf also gespannt sein, wie die Bewegungen und Klänge miteinander verwoben werden, um eine ganzheitliche Erfahrung zu schaffen, die sowohl emotional als auch intellektuell ansprechend ist.
Eine Reise in die Zukunft
Doch „Isithunzi“ ist nicht nur ein Theaterstück – es ist ein Teil des größeren Konzepts des Afrofuturismus. Adyam Tesfamariam beschreibt diesen als eine Denkrichtung, die sich mit der Frage beschäftigt: „Was bedeutet es, schwarze Menschen in der Zukunft zu sehen?“ Diese Perspektive auf die Vergangenheit und Zukunft ist entscheidend, um den Schmerz der Unterdrückung in Narrative von Empowerment und neuen Visionen zu verwandeln. Die musikalischen Pioniere wie Sun Ra haben mit ihren Werken den Afrofuturismus populär gemacht und mit ihm eine neue Ära eingeläutet. Die Ursprünge dieser Bewegung, die bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht, sind tief in den Texten von W. E. B. Du Bois verwurzelt, der schwarze Helden in apokalyptischen Szenarien entblößte.
Mit „Isithunzi“ wird ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht. Die Kombination aus Oper, Ritual und Konzert schafft ein Erlebnis, das die Zuschauer nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen wird. Klänge und Geschichten werden eins, und die Zuhörerschaft wird Teil dieser bewegenden Reise.