Steuern im Fußball: DFB wechselt nach Bad Homburg – ein Spiel mit hohen Einsätzen
Es gibt Neuigkeiten, die in der Welt des Fußballs für ordentlich Gesprächsstoff sorgen. Besonders, wenn es um Steuern geht. Ja, richtig gehört! Der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der eigentlich in Frankfurt zuhause ist, zahlt seine Steuern jetzt in Bad Homburg. Das hat Hessens Finanzminister Alexander Lorz (CDU) kürzlich in einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses bekannt gegeben. Die Zuständigkeit des Finanzamts Frankfurt für den DFB wurde also zur Überraschung vieler auf das Finanzamt Bad Homburg übertragen.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind auch nicht ganz ohne. Diese Verlagerung basiert auf Paragraf 27 der Abgabenordnung und wurde am 10. Februar per Erlass verfügt. Der DFB wurde erst Ende Februar über den Wechsel informiert und hat dem zugestimmt. Was aber ist der Grund für diesen Wechsel? Ein Urteil des Landgerichts Frankfurt, das den ehemaligen DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge von Steuerhinterziehung freisprach, hat die Wogen hochgekocht. Die Richterin ließ kein gutes Haar am Finanzamt Frankfurt und der Oberfinanzdirektion. Man kann sich vorstellen, dass das nicht gerade für ein gutes Klima zwischen dem DFB und den Frankfurter Behörden gesorgt hat.
Ein notwendiger Schritt?
Lorz erklärte, dass dieser Schritt notwendig sei, um die Glaubwürdigkeit und Neutralität der hessischen Finanzverwaltung zu schützen. Die Opposition, insbesondere die Grünen und die FDP, äußerte sich kritisch zu dem raschen Wechsel und fragte sich, ob es möglicherweise eine „Lex DFB“ gibt. Dabei ist es durchaus interessant zu wissen, dass die Zuständigkeit der Finanzbehörden sich nach dem Geschäftssitz richtet. Und hier hat der DFB nun mal seinen Sitz in Frankfurt. Ein bisschen wie ein Schachspiel, nur dass die Figuren hier die Steuerbehörden sind.
Die Spannungen zwischen dem DFB und dem Frankfurter Finanzamt sind nicht neu. Besonders im Zusammenhang mit der WM 2006 gab es immer wieder Konflikte. So verhängte das Landgericht Frankfurt eine Geldbuße von 110.000 Euro gegen den DFB wegen Steuerhinterziehung. Gegen diese Entscheidung läuft eine Revision vor dem Bundesgerichtshof. Zudem klagt der DFB gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Jahre 2006, 2014 und 2015. Finanzielle Folgen? Oh ja, die sind nicht zu vernachlässigen. Allein die Aberkennung für 2014 und 2015 kostete den DFB schon 30 Millionen Euro.
Die Reaktionen
Nach der Entscheidung über den Wechsel des Finanzamtes gab es viele kritische Stimmen. FDP-Fraktionssprecherin Marion Schardt-Sauer äußerte Bedenken, dass Bürger sich ihr Finanzamt nicht aussuchen können. Die Grüne Miriam Dahlke wies darauf hin, dass die Zuständigkeit klar geregelt ist. Man könnte fast sagen, dass der DFB hier in eine Art Sonderbehandlung geraten ist, was nicht gut ankommt. Der DFB selbst zeigt sich fassungslos über die anhaltende Kritik und hat in einer Pressemitteilung die Staatsanwaltschaft für die Verletzung fairer Verfahrensregeln kritisiert.
Und was jetzt? Lorz betont, dass die interne Revision die Vorgänge prüft, um auf die massiven Vorwürfe zu reagieren. Ein weiteres Kapitel in der Geschichte des DFB, das die Gemüter weiter erhitzen wird. Die Verlagerung nach Bad Homburg könnte zwar den Anschein der Voreingenommenheit vermeiden, doch die Frage bleibt: Ist das wirklich die Lösung für all die Probleme, die der DFB mit den Behörden hat? Es bleibt spannend.
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