Wiesbaden, die Stadt, die für ihre herzliche Gastfreundschaft und ihre kulturellen Veranstaltungen bekannt ist, bereitet sich auf ein spannendes Ereignis vor. Die Oper „Isithunzi“, die erste Oper der südafrikanischen Komponistin Monthati Masebe, feiert hier im Staatstheater Wiesbaden Premiere. Und das ist nicht einfach nur ein weiterer Termin im Veranstaltungskalender; das ist ein echtes Highlight der Internationalen Maifestspiele!

Uraufgeführt wurde „Isithunzi“ bereits bei der Münchner Biennale, und nun bringt die Stadt Wiesbaden die faszinierende Geschichte auf die Bühne. Die Handlung dreht sich um eine Dreiecksgeschichte zwischen drei Frauen: Thuna, Ndalo und Amu. Thuna kehrt in ihre Heimat zurück, während Ndalo, die sich mit Amu ein Leben aufbaut, nicht in die Stadt folgen möchte. Der Titel „Isithunzi“, was auf Zulu so viel wie „Würde“ bedeutet, thematisiert die Schatten der Ahnen, die die Frauen sehen und träumen können. In einer festlichen Atmosphäre entfaltet sich das Geschehen und führt die Zuschauer in die Tiefen afrikanischer Mythologie.

Einblick in die Geschichte

Die Erzählung selbst ist eine berührende Coming-of-Age-Geschichte. Die Protagonistin erlebt ihre Frauwerdung, während ihre Mutter ihr Haar mit einem süß riechenden Pawo aus den Anyani-Sümpfen wäscht – die lila gefärbten Hände ihrer Mutter sind da ein wunderschönes Bild. Ihre Goma, eine Art Großmutter, massiert ihr die Füße mit Butter aus gemahlenen Samen. In dieser festlichen Atmosphäre genießt die Protagonistin die Gesellschaft von Ndalo, die ebenfalls in einem weißen Kleid und mit rotem Siri-Pulver geschminkt erscheint. Die beiden Mädchen trinken Wein und teilen ihre Gedanken über ihre Gefühle und Erfahrungen, während sie Amu vermissen, der nicht an ihrem Fest teilnehmen kann.

Amu, ein „träumender Mann“, versucht, mit der Protagonistin zu sprechen, doch irgendetwas scheint zwischen ihnen zu stehen. Seine Gefühlsbekundungen überwältigen sie, sodass sie schließlich in ihre Heimat flieht und sich in das Haus ihrer Mutter zurückzieht. Hier ist es ihre Goma, die sie auffordert, sich ihren inneren Konflikten zu stellen. Das ist der Moment, an dem die Geschichte wirklich an Tiefe gewinnt – Ndalo gesteht, dass sie Angst hat, ihre Gefühle zu zeigen. Und so diskutieren die beiden Mädchen über ihre Ängste und die Herausforderungen, die mit ihrer Liebe verbunden sind. Ein intimer Moment, der die Zuschauer tief berührt.

Musikalische Vielfalt und beeindruckende Inszenierung

Musikalisch ist „Isithunzi“ ein echter Ohrenschmaus. Masebes eingängige Kompositionen vereinen elektronische Elemente mit dem Gesang eines indigenen Frauenchors aus dem Osten Südafrikas. In der Partitur kommen auch westliche Instrumente wie Fagott und Vibraphon zum Einsatz. Die Fagottistin Beatrix Lindemann wird in einem Vogelkostüm auftreten – das klingt schon mal sehr vielversprechend! Und die Komponistin selbst wird sich mit Kehlkopfgesang an der Aufführung beteiligen. Unter der Leitung von Tim Hawken wird diese Oper zu einem afrikanisch-westlichen Gesamtkunstwerk, das die Zuschauer in seinen Bann zieht und gleichzeitig kritische Aspekte behandelt, wie die Darstellung der Küche von Ndalo und Amu.

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Die Besetzung ist ebenfalls beeindruckend: Michael Bonganjalo Sattler spielt Amu, während Carla Nahadi Babelegoto Thuna verkörpert und Carmen Mičić Ndalo mit einem klassisch lyrischen Ansatz darstellt. Die nächste Vorstellung findet am 26. Mai um 19:30 Uhr statt – ein Termin, den man sich wirklich nicht entgehen lassen sollte!