Heute ist der 20.05.2026, und im Souterrain des Museums Wiesbaden gibt es viel zu entdecken! Der Giraffensaal hat sich in einen besonderen Ort verwandelt, der die Werke von Georg Lührig, einem Künstler mit bewegter Geschichte, präsentiert. Geboren 1868 in Göttingen und gestorben 1957 in Lichtenstein, lebte Lührig die meiste Zeit seines Lebens in der kunstvollen Stadt Dresden. Seine monumentalen Werke, darunter beeindruckende Fresken, zeugen von seinem außergewöhnlichen Schaffensdrang.
Besonders bemerkenswert ist, dass Lührigs künstlerische Karriere 1892 mit einem modern interpretierten „Totentanz“ begann. Leider sind die dazugehörigen 15 großen Kreidezeichnungen verschollen, aber fünf Vorzeichnungen, die sich in Wiesbaden befinden, thematisieren den alltäglichen Tod – ein Thema, das uns alle betrifft. Auf einem weiteren Bild von Sascha Schneider erkennt man eine Gruppe von muskelbepackten Männern, darunter auch Lührig selbst, der in einem grüngelben Habit mit finsterem Blick dargestellt ist. Es ist fast so, als würde er uns in die Tiefen seines künstlerischen Schaffens blicken lassen.
Ein Meister des Wandels
Die Ausstellung „Georg Lührig. Ein Meister aus Dresden“ läuft bis zum 17. Januar 2027 und ist eine Hommage an einen Künstler, der die Stile des Jugendstils und Symbolismus meisterhaft miteinander verknüpfte. Lührig erlebte das Kaiserreich, zwei Weltkriege und die Anfänge der DDR – seine Gemälde zeigen dabei Themen von Jugend und Alter, ein exaltierten Figurenstil, der sowohl verwirren als auch fasziniert. Ein 1900 entstandenes Ölbild eines Pelikans beispielsweise war Teil einer Ausstellung über Oskar Zwintscher und zeigt, wie vielseitig Lührig war.
Ein Highlight der Ausstellung ist die digitale Rekonstruktion seines Opus magnum, die es den Besucher:innen ermöglicht, Lührigs Werk auf interaktive Weise zu erkunden. Medienstationen bieten tiefere Einblicke in seine künstlerische Welt. Hier werden nicht nur seine großen Fresken präsentiert, sondern auch bisher verborgene Arbeiten zugänglich gemacht. Ein Medientisch ermöglicht es, durch Rollen, Skizzenbücher und Dokumente zu stöbern – ein wahres Eldorado für Kunstliebhaber!
Verborgene Schätze und neue Perspektiven
Die Ausstellung deckt acht Themenbereiche ab, die von Lührigs frühen Studien bis hin zu seinen monumentalen Werken reichen. Einige seiner Zerstörungen, wie die Fresken „Der Tag – Sieg des Lichts“ und „Die Nacht“, werden in großformatigen Projektionen rekonstruiert – ein visuelles Fest für alle Sinne. Besucher:innen können selbst aktiv werden, Kunst entdecken und erhalten spannende Einblicke in Archiv-, Forschungs- und Museumsarbeit.
Ein ganz besonderes Gefühl durchzieht den Raum – es ist die Erinnerung an einen Künstler, der mit seinen Allegorien von Licht und Finsternis nicht nur seine Zeit prägte, sondern auch die nachfolgenden Generationen beeinflusste. Letztlich ist diese Ausstellung nicht nur eine Retrospektive von Lührigs Werk, sondern auch eine Einladung, über den eigenen Platz in der Kunst und der Geschichte nachzudenken. Das Museum Wiesbaden wird so zum Ort der Begegnung zwischen Vergangenheit und Gegenwart – und das ist einfach nur großartig!