Hessens Straßen sind im Moment ganz schön im Fokus – und das nicht nur wegen der blühenden Bäume und dem strahlenden Sonnenschein. Temposünder sind das größte Problem, und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 2025 wurden bei der Zentralen Bußgeldstelle (ZBS) des Landes Hessen rund 1,51 Millionen Anzeigen eingereicht. Das sind fast 40.000 Fälle mehr als im Vorjahr! In den letzten drei Jahren ist die Zahl der Verkehrsverstöße konstant angestiegen, was Regierungspräsident Mark Weinmeister dazu bringt, die Notwendigkeit einer konsequenten Verkehrsüberwachung zu betonen.

751.395 dieser Anzeigen betreffen schwerwiegende Verkehrsverstöße, während 761.668 auf geringfügige Verstöße entfallen. Letztere sind immerhin um 78.650 Fälle gestiegen. Besonders interessant ist, dass Frankfurt eine eigene Bußgeldstelle hat und somit nicht in dieser Bilanz enthalten ist. Aber was genau versteht man unter schwerwiegenden Ordnungswidrigkeiten? Ganz einfach: Das sind Verstöße, die mit Bußgeldern ab 60 Euro geahndet werden, während geringfügige Verstöße bis einschließlich 55 Euro kosten.

Ein Blick auf die Zahlen

Die Temposünder machen mit 75,2% den Löwenanteil aller verfolgten Verstöße aus. Halte- und Parkverstöße folgen mit rund 13,8%. Und während wir oft über die großen Vergehen reden, sind es die kleinen, die sich summieren. Unfälle, Rotlichtverstöße, Fristüberschreitungen zur Hauptuntersuchung und das Handyverbot spielen ebenfalls eine Rolle, auch wenn sie nur einen Bruchteil der Gesamtstatistik ausmachen. In Zahlen ausgedrückt: Unfälle machen nur 2% aus, Rotlichtverstöße 1,3%, und das Handyverbot liegt bei 0,95%.

Im Jahr 2025 erließ die ZBS 725.926 Bußgeldbescheide, darunter 27.774 mit Fahrverbot. In 22.896 Fällen wurde Einspruch eingelegt, was 3,15% aller Verfahren entspricht. Ein weiteres Detail: Rund 1,56 Millionen Verfahren wurden abgeschlossen, wobei 224.125 eingestellt wurden. 27.774 Führerscheine wurden eingezogen, und in 2.183 Fällen kam es zur Anordnung der Führerscheinbeschlagnahme. Diese harten Zahlen spiegeln sich auch in den Einnahmen wider: Die Einnahmen durch Falschparker und Temposünder sind um 4,01 Millionen Euro auf insgesamt 107,28 Millionen Euro gestiegen. Das sind rund 3,88% mehr als im Vorjahr – und das Geld fließt in den Landeshaushalt.

Die Bußgelder im Detail

Interessant ist auch, wie die Bußgelder für Geschwindigkeitsüberschreitungen in den verschiedenen Regionen ausfallen. Innerorts können die Strafen ganz schön ins Geld gehen: Bei einer Überschreitung von bis zu 10 km/h sind es 30 Euro, bei 21 bis 25 km/h schon 115 Euro. Außerorts sieht es ähnlich aus: 20 Euro für bis zu 10 km/h und 100 Euro ab 21 bis 25 km/h. Wiederholungstäter müssen mit zusätzlichen Fahrverboten rechnen – ein klarer Anreiz, langsamer zu fahren!

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Die Geschwindigkeitsübertretungen werden unter anderem durch Blitzer und Radarfallen erfasst. Das sind alles Ordnungswidrigkeiten, keine Straftaten, aber trotzdem – mit einem Einspruch gegen den Bußgeldbescheid, wenn Zweifel bestehen, kann man innerhalb von zwei Wochen aktiv werden. Ein bisschen Hoffnung in der ganzen Misere, oder?

Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus

Die Statistiken zeigen nicht nur für Hessen ein klares Bild. In ganz Deutschland begehen Männer deutlich häufiger Geschwindigkeitsverstöße als Frauen. Besonders in den Altersgruppen von 25 bis 44 und 45 bis 64 Jahren sind die Männer am häufigsten in diese Verstöße verwickelt. Wenn wir uns die Zahlen anschauen, wird das Bild noch klarer: Männer waren 2023 für 3.205.383 Verkehrsverstöße verantwortlich, während Frauen mit 968.504 deutlich weniger vertreten sind. Das ist schon ein deutlicher Unterschied.

Die geografischen und demografischen Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Städte wie Berlin und Hamburg zeigen hohe Raten an Geschwindigkeitsverstößen in geschlossenen Ortschaften. Der Druck auf die Verkehrsteilnehmer ist also nicht nur lokal zu spüren, sondern hat auch bundesweite Dimensionen. Und so bleibt die Frage: Was müssen wir tun, um die Straßen sicherer zu machen? Vielleicht ein bisschen mehr Achtsamkeit beim Fahren und weniger Drang, die nächste Ampel auf Rot zu überfahren.