Am 10. Mai 2026 durfte die Frankfurter Paulskirche ein ganz besonderes Ereignis feiern. Hier wurde der renommierte Ludwig-Börne-Preis an den australischen Historiker Sir Christopher Clark verliehen. Mit einem Preisgeld von 20.000 Euro ist dieser Preis nicht nur finanziell wertvoll, sondern auch eine bedeutende Auszeichnung für literarische und wissenschaftliche Exzellenz. Es war ein wahrhaft feierlicher Anlass, der auch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in die ehrwürdigen Mauern der Paulskirche lockte.

Clark, der 1960 in Sydney das Licht der Welt erblickte und mittlerweile in Großbritannien lebt, ist ein herausragender Kopf der Geschichtswissenschaft. Als Professor in Cambridge hat er sich vor allem mit der Geschichte Preußens und dem Ersten Weltkrieg auseinandergesetzt. Besonders ins Rampenlicht trat er 2012 mit seinem Buch „The Sleepwalkers“, in dem er die Verantwortung des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg relativiert. Diese neue Perspektive hat den Diskurs in Deutschland nachhaltig beeinflusst.

Ein Preisrichter mit Weitblick

Reinhard Müller, Journalist bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, übernahm die ehrenvolle Aufgabe des Preisrichters. Er begründete die Wahl des Preisträgers mit Clarks bemerkenswerter Fähigkeit, Geschichte anschaulich und verständlich zu erklären. Es ist nicht zu übersehen, dass Clarks Werke – insbesondere seine Bücher über Preußen und den Ersten Weltkrieg – echte Meilensteine sind, die neue Sichtweisen eröffnen und zum Nachdenken anregen.

Die Verleihung des Ludwig-Börne-Preises hat eine lange Tradition; seit 1993 wird dieser Preis für herausragende Essays, Kritiken und Reportagen vergeben. Im Vorjahr ging die Auszeichnung an den deutsch-israelischen Historiker Dan Diner, was zeigt, dass der Preis immer wieder bedeutenden Stimmen eine Plattform bietet.

Ein Leben für die Geschichte

Im Laufe seiner Karriere wurde Clark mit zahlreichen Ehrungen bedacht. 2015 schlug ihn Königin Elisabeth II. zum Ritter, und 2022 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland – Auszeichnungen, die seinen unermüdlichen Einsatz für die deutsch-britischen Beziehungen würdigen. Zudem ist er seit 2014 als Moderator von Dokumentarfilmreihen für das ZDF aktiv und bringt die Geschichte auf diese Weise einem breiteren Publikum näher.

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Die Verbindung zwischen Clark und der deutsch-britischen Kunsthistorikerin Nina Lübbren, mit der er verheiratet ist, fügt eine persönliche Note zu seiner beeindruckenden Vita hinzu. Es ist schön zu sehen, wie persönliche und berufliche Wege ineinanderfließen und letztlich auch die Wissenschaft bereichern.

Die Verleihung des Ludwig-Börne-Preises an Sir Christopher Clark ist nicht nur eine Feier seiner Leistungen, sondern auch ein Zeichen für die Bedeutung der Geschichtswissenschaft in der heutigen Zeit. In einer Welt, in der man manchmal das Gefühl hat, die Geschichte wiederhole sich, sind Stimmen wie die von Clark wertvoller denn je. Sie laden uns ein, genauer hinzuschauen und die Komplexität der Vergangenheit zu verstehen – und das alles mit einem Hauch von Leidenschaft und Engagement.