Heute ist der 22.06.2026 und die Lage in Hessen ist angespannt. Die Integrationsarbeit der Zukunftsbaukasten (ZuBaKa) steht vor dem Aus – eine Entscheidung, die viele junge Menschen im Rhein-Main-Gebiet direkt betrifft. Judith Michler, die Geschäftsführerin von ZuBaKa, hat kürzlich einen offenen Brief an das Hessische Kultus- und Finanzministerium verfasst. Darin wird auf die massiven Kürzungen hingewiesen, die zur Schließung des Sozialunternehmens zum 31. Juli 2026 führen werden. Wenn ich darüber nachdenke, wird mir ganz anders. Es ist nicht nur ein Verlust für die Organisation selbst, sondern für die ganze Region, die auf diese wertvolle Unterstützung angewiesen ist.

Seit neun Jahren unterstützt ZuBaKa zugewanderte Jugendliche in Städten wie Frankfurt, Offenbach und Hanau. In 23 Klassen können die Schülerinnen außerhalb der regulären Schulzeit ihre Deutschkenntnisse verbessern. Das Besondere an ZuBaKa ist, dass man hier nicht nur Vokabeln paukt. Die Sprachförderung wird mit aufregenden Ausflügen und Engagement-Projekten kombiniert. Glaubt man den Jugendlichen, die daran teilgenommen haben, entstehen dadurch unvergessliche Erinnerungen – Weihnachtsmärkte, die Erkundung ihrer neuen Heimat und die Möglichkeit, durch Interaktion mit anderen zu lernen. Das klingt nach einer lebendigen und dynamischen Umgebung, die weit über das klassische Lernen hinausgeht.

Ein Verlust für die Gemeinschaft

Lehrerinnen und Schülerinnen empfinden die Schließung von ZuBaKa als gravierenden Verlust. „Integration ist eine Aufgabe, die wir gemeinsam meistern müssen“, betont Michler. Doch in Zeiten, in denen die hessische Landesregierung Einsparungen von 40 Millionen Euro bei Integrationsklassen plant, ist dies nicht nur eine Herausforderung für die Ankommenden, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Die strukturellen Defizite im Bildungssystem werden durch die geplanten Einschnitte noch verstärkt.

Die Projekte von ZuBaKa sind so vielfältig wie die Jugendlichen selbst. Die „ZuBaKa-Scouts“, meist Studierende pädagogischer Fachrichtungen, bieten individuelle Bildungsbausteine an, die auf die Bedürfnisse der Schülerinnen zugeschnitten sind. Egal, ob es um Sprache, Medien, Demokratie oder den Übergang von der Schule in den Beruf geht – ZuBaKa hat für jeden etwas in petto. Besonders bemerkenswert ist die hohe Erfolgsquote: 92 % der Schüler*innen haben ihre Deutschkenntnisse verbessert und 87 % wissen um ihre eigenen Stärken. Das sind beeindruckende Zahlen, die zeigen, wie wichtig dieses Angebot ist.

Ein Aufruf zur Unterstützung

Aber was passiert nun? Michler und ihr Team haben klare Forderungen formuliert. Ohne zusätzliche Unterstützung wird nicht nur das Sprachvermögen der Jugendlichen leiden, auch ihr Selbstbewusstsein wird darunter leiden. Es ist an der Zeit, dass die Politik diese Thematik ernst nimmt. Der Verlust von ZuBaKa könnte weitreichende Folgen haben. Die Schließung bedeutet nicht nur das Ende eines Programms, sondern auch das Ende von Träumen und Chancen für viele junge Menschen.

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In einer Zeit, in der die Herausforderung der Integration drängender denn je ist, müssen wir als Gesellschaft zusammenstehen. Es ist eine gemeinsame Aufgabe, bei der jeder Einzelne gefragt ist. Die Geschichten, die die Jugendlichen erzählen, sind berührend und inspirierend. Wenn wir nicht jetzt handeln, könnten wir in Zukunft auf eine Generation zurückblicken, die aufgrund finanzieller Engpässe und politischer Entscheidungen Chancen verpasst hat – und das wäre einfach nur schade.

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