In Offenbach, wo die Straßen von multikulturellem Leben pulsieren, hat Salman Ansari seine Leidenschaft für die Sprachförderung entdeckt. Fünf Jahre lang hat er in verschiedenen Kindertagesstätten gearbeitet und sich unermüdlich dafür eingesetzt, den kleinen Menschen die deutsche Sprache näherzubringen. Ein bemerkenswerter Einsatz, denn wie Ansari selbst feststellt, sprechen hier 70 bis 80 Prozent der Kinder eine andere Muttersprache als Deutsch. In einigen Kitas ist dieser Anteil sogar nahezu 100 Prozent. Das ist nicht einfach, aber Ansari hat einen Weg gefunden, die sprachliche Entwicklung spielerisch zu fördern.

Ein Beispiel gefällig? Da gibt es ein Spiel mit großen und kleinen Eimern und Bällen, das den Kindern hilft, die Unterschiede zwischen „klein“ und „kurz“ zu begreifen. Dabei ist es ihm wichtig, dass die Kinder nicht nur zuhören, sondern aktiv mitmachen und lernen. Doch er hat auch Kritik: Viele Erzieherinnen und Erzieher zeigen oft wenig Fantasie in der Sprachförderung und führen zu selten Dialoge mit den Kindern. In seiner speziellen Art der Sprachvermittlung sieht Ansari Parallelen zur Situation in Finnland, wo Erzieherinnen das gleiche Gehalt wie Gymnasiallehrer erhalten. Warum sollten in Deutschland die Sprachförderer weniger verdienen, fragt er sich.

Die Bedeutung der frühen Sprachförderung

Die frühe Sprachförderung ist entscheidend für den späteren Erfolg der Kinder. Ansari ist überzeugt, dass Kinder Vorbilder brauchen, um Sprache zu lernen. Wenn Eltern wenig mit ihren Kindern sprechen – oft abgelenkt durch Handys oder Tablets – wird es für die Kinder schwierig, die sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln, die sie brauchen. Viele Eltern scheinen sich dessen nicht bewusst zu sein, und das ist bedauerlich. Kinder nehmen die Vielfalt in Kitas oft nicht bewusst wahr. Sie akzeptieren sich gegenseitig, unabhängig von ihrer Herkunft, und das ist eine Stärke, die in unserer heutigen Gesellschaft oft unterschätzt wird.

Sein Buch „Mit der Welt sprechen lernen“ ist eine hilfreiche Anleitung für alle, die mit Kindern arbeiten. Aber Ansari hat nicht nur dieses Werk verfasst. Auch „Rettet die Neugier!“ (2013) ist ein weiterer Baustein in seinem Schaffen, das sich ganz dem Lernen und der Neugierde widmet. Diese Werke bieten wertvolle Einblicke und Methoden, um die Sprachentwicklung nachhaltig zu fördern.

Herausforderungen der Mehrsprachigkeit

Sprachliche Vielfalt in Kindertagesstätten ist besonders in städtischen Regionen wie Offenbach weit verbreitet. Hier kommen Kinder aus unterschiedlichsten Herkunftsgeschichten und sprachlichen Hintergründen zusammen. Oft sind es Zuwanderung oder mehrsprachige Elternhäuser, die zu dieser bunten Mischung beitragen. Laut aktuellen Statistiken besuchten im Jahr 2022 im Bundesdurchschnitt 23,8 Prozent der Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren eine Kita und sprachen zuhause überwiegend eine andere Sprache als Deutsch. Besonders in Stadtstaaten wie Bremen, Berlin, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist dieser Anteil hoch.

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Allerdings zeigt die Situation in den ostdeutschen Bundesländern, dass hier unter 10 Prozent der Kinder mit nicht-deutscher Familiensprache leben. Diese Unterschiede spiegeln die regionalen Migrationsgeschichten wider und werfen ein Licht auf die Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Eine gezielte Sprachförderung ist unerlässlich, um den Kindern einen erfolgreichen Start in die Grundschule zu ermöglichen. Aber oft fehlt es an ausreichend Personal und fachlicher Expertise im Umgang mit Mehrsprachigkeit, was die Situation zusätzlich erschwert.

Es ist nicht nur eine Frage des „Wie“, sondern auch des „Wo“. Sprachliche Förderung muss an die lokalen Bedürfnisse angepasst werden, sowohl in Kitas als auch in Grundschulen. Nur so können wir sicherstellen, dass die Kinder die Unterstützung erhalten, die sie brauchen – und das ist eine Herausforderung, die uns alle betrifft.