Heute ist der 3.05.2026, und in Offenbach spürt man förmlich, wie die Vorfreude auf die Operette durch die Stadt schwebt. Die Musik, die uns oft so tief berührt, entführt uns in eine Welt voller Emotionen und Geschichten – und genau das ist es, was die Operette ausmacht. Ein Blick auf einige der bekanntesten Werke und ihrer Schöpfer offenbart das kreative Herz dieser Kunstform. Fangen wir an mit Walter Kollo, einem der wichtigsten Komponisten der Berliner Operette.

Kollo, ein Kaufmannssohn, war ursprünglich für die Nachfolger seines Vaters im Geschäft vorgesehen. Doch seine Mutter erkannte früh das Talent ihres Sohnes und unterstützte ihn beim Musikstudium an den Konservatorien in Sondershausen und Königsberg. 1899 zog er nach Berlin, wo er schnell sein Herz für die Unterhaltungsmusik entdeckte. Das 20. Jahrhundert war eine Zeit des Wandels und der kreativen Entfaltung, und Kollo gehörte zu den Pionieren, die den Grundstein für die moderne Berliner Operette legten.

Die Meisterwerke der Operette

Unter seinen bekanntesten Stücken finden sich Titel wie „Immer feste druff“, das mit Texten von Hermann Haller und Willi Wolff begeistert. Auch „Derfflinger“, eine charmante Operette mit Musik von Kollo und Texten von Carl Bretschneider und Hermann Frey, zeigt seine Vielseitigkeit. In diesen Werken spiegelt sich die Lebensfreude und der Humor seiner Zeit wider.

Ein weiteres Glanzstück der Musikgeschichte ist „La Grande-Duchesse de Gérolstein“ von Jacques Offenbach, das von den Les Musiciens du Louvre, Grenoble, unter der Leitung von Marc Minkowski interpretiert wurde. Offenbach, dessen Werke oft den schmalen Grat zwischen Komik und Melancholie beschreiten, hat mit diesem Stück eine zeitlose Satire auf Militär und Gesellschaft geschaffen.

Wie wäre es mit „Der lustige Krieg“ von Johann Strauss, Sohn? Unter der Leitung von Ulf Schirmer bringt das Radio Symphonie Orchester Wien diese spritzige Operette zum Leben und lässt das Publikum in die heiteren Konflikte und das chaotische Treiben der Charaktere eintauchen. Auch „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán und die schillernden Melodien von „Sissi“ von Fritz Kreisler sind essentielle Bestandteile dieser musikalischen Reise, die von Berliner Symphonikern und dem Orchester des Münchner Rundfunks meisterhaft zum Klingen gebracht werden.

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Ein Erbe voller Farben

Kollos Einfluss reicht weit über seine eigenen Werke hinaus. Er war nicht nur Komponist, sondern auch Mitbegründer der GEMA und gründete seinen eigenen Musikverlag. Mit einer kreativen Bandbreite, die von Revuen bis hin zu Tonfilmen reichte, hinterließ er ein beeindruckendes Erbe in der Musiklandschaft. Sein Sohn Willi Kollo und sein Enkel René Kollo setzten das musikalische Erbe fort und trugen zur Entwicklung der Operette in neue Höhen bei.

In einer Zeit, in der sich die musikalische Landschaft rasant veränderte – eine Zeit, in der Klassik und Romantik zu Ikonen bürgerlicher Ästhetik wurden und die „Neue Musik“ mit ihren atonalen Klängen und experimentellen Techniken die Bühne betrat – bleibt die Operette ein Ort der Freude und des Spiels. Der Kontrast zwischen der ernsten Musik des 20. Jahrhunderts und der leichten, oft humorvollen Operette zeigt, wie facettenreich die Musik sein kann und wie sie uns auf unterschiedliche Weisen berührt.

So schwingt die Melodie der Vergangenheit mit der Frische der Gegenwart in den Operetten, und sie sind ein lebendiges Zeugnis für die Vielfalt des menschlichen Ausdrucks durch Musik. Offenbach, Kollo und ihre Zeitgenossen haben uns nicht nur unterhalten, sondern uns auch gelehrt, das Leben in all seinen Facetten zu feiern. Und das ist doch letztlich das, was die Operette so besonders macht!