Im Herzen Offenbachs, wo der Main sanft entlang plätschert und die Autobahnbrücke der A661 einen markanten Bogen schlägt, nimmt ein neues architektonisches Highlight Gestalt an: der „Nova Campus“. An seine Stelle tritt das ursprünglich geplante Hochhaus „Namu“. Statt der vorgesehenen 120 Meter wird nun ein Ensemble aus zwei schlanken Türmen errichtet – einer mit 81 Metern und der andere mit 45 Metern. Diese Entscheidung wurde nicht nur wegen ästhetischer Überlegungen getroffen, sondern auch aufgrund der Marktanforderungen, die nach flexiblen Büroaufteilungen rufen.
Der Architekt Christopher Hammerschmidt, der für den Frankfurter Projektentwickler Ernst Otto Walker arbeitet, hat hierbei ein bemerkenswertes Konzept entwickelt. Anstelle von Holz, das ursprünglich als Baumaterial gedacht war, kommt ein innovativer Beton zum Einsatz, der einen hohen Anteil recycelter Materialien enthält. Dieser Beton ist umweltfreundlich, da bei seiner Herstellung weniger Kohlendioxid entsteht. So wird der Nova Campus nicht nur ein Ort der Arbeit, sondern auch ein Beispiel für nachhaltige Bauweise.
Flexible Büroflächen für moderne Ansprüche
Der Nova Campus wird Büroflächen bieten, die von Einzelbüros bis hin zu großzügigen Open-Space-Lösungen reichen. Der 81 Meter hohe Turm wird eine Bruttogeschossfläche von 20.442 Quadratmetern auf 20 Etagenhaben, während der zehnstöckige zweite Turm mit 8.968 Quadratmetern aufwartet. Interessant ist zudem, dass die Büros um einen kompakten Hochhauskern angeordnet sind – das sorgt für freie Fassadenflächen, die das Licht optimal einfangen.
Die beiden Türme wurden mit sechseckigen Grundrissen gestaltet und sollen als „zwei Diamanten“ glänzen. Ein Parkhaus mit Platz für rund 500 Autos wird ebenfalls Teil des Projekts sein. Die Bauzeit wird auf 30 bis 36 Monate geschätzt, was bedeutet, dass die ersten Mieter möglicherweise vor 2030 einziehen könnten. Gespräche mit potenziellen Mietern laufen bereits gut, und die Nachfrage nach Büroflächen in Offenbach ist hoch.
Ein Standort mit Zukunft
Offenbach hat sich in den letzten Jahren zu einem Magneten für Unternehmen entwickelt. Namhafte Firmen wie BYD, Samson, Pan Dacom, Hyundai, Fuji Electric Europa, Honeywell und Danfoss haben sich hier niedergelassen. Diese positive Entwicklung wird auch als Erfolg der Wirtschaftspolitik des Offenbacher Oberbürgermeisters Felix Schwenke (SPD) angesehen. Der Standort wird als vorteilhaft beschrieben, was nicht nur auf die gute Anbindung, sondern auch auf die lebendige Stadtentwicklung zurückzuführen ist.
Im Rahmen dieser Entwicklungen steht auch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hinter der Idee einer nachhaltigen Stadtentwicklung. In einem 2021 veröffentlichten Papier wird ein integrierter Ansatz gefordert, der alle städtischen Akteure einbezieht – von der Zivilgesellschaft über Politik und Verwaltung bis hin zur Wirtschaft und Wissenschaft. Ziel ist es, die Entwicklungspotenziale der Städte für den globalen Klima- und Umweltschutz zu nutzen und gleichzeitig soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten zu verringern.
Mit dem Nova Campus wird Offenbach vielleicht ein weiteres Kapitel in der Geschichte der nachhaltigen Stadtentwicklung aufschlagen – und das in einer Region, die zunehmend in den Fokus rückt. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Projekt entwickeln wird und welche Impulse es für die Zukunft der Stadt setzen kann.