Heute ist der 12.06.2026, und in Offenbach am Main gibt es traurige Nachrichten aus der Welt der Druckmaschinen. Faber & Schleicher, ein Unternehmen mit einer über 150-jährigen Geschichte, steht vor dem endgültigen Aus. 750 Mitarbeiter werden ihre Jobs verlieren, und das nach einer Zeit voller Herausforderungen und Umbrüche. Ursprünglich 1872 gegründet, hat das Unternehmen eine lange und beeindruckende Reise durch die Welt des Drucks gemacht. Die erste Exportmaschine, eine „Albatros“, ging bereits 1875 nach St. Petersburg – ein echter Pionierarbeit! So viel Geschichte, und jetzt sieht es so aus, als wäre das Ende nah.

Die Anfänge von Faber & Schleicher waren bescheiden – das Unternehmen startete als „Associationsgeschäft zur Produktion von lithografischen Schnellpressen“. Nach und nach entwickelte sich die Firma zu einem Weltunternehmen, das in 104 Ländern tätig war. Doch der Druckmaschinenmarkt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Der Umsatzrückgang ist insbesondere auf die sinkende Nachfrage aus China zurückzuführen. 2025 betrugen die Verluste über 40 Millionen Euro. Das ist ein harter Schlag, nicht nur für die Belegschaft, sondern auch für die Stadt Offenbach, die viel von diesem traditionsreichen Unternehmen geprägt wurde.

Ein Blick in die Geschichte

Faber & Schleicher hat über die Jahre viele Innovationen hervorgebracht. 1911 war ein Wendepunkt – da wurde die erste Roland-Bogenoffsetrotationsdruckmaschine gebaut, die auf der Weltausstellung in Turin mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Solche Erfolge sind nicht einfach vom Tisch zu wischen, wenn man an die jahrzehntelange Tradition denkt. Allerdings, nach der Fusion mit der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg im Jahr 1979 wurde die Druckmaschinenproduktion unter dem Namen MAN Roland Druckmaschinen AG fortgeführt, und 2008 schließlich in „manroland“ umbenannt. Die Firma hat sich immer wieder neu erfunden und sich an die Gegebenheiten des Marktes angepasst.

Doch die Zeiten ändern sich – der Einbruch des Zeitungsmarktes und das Wachstum des Verpackungsdrucks haben die Branche nachhaltig beeinflusst. Die deutsche Druckmaschinenindustrie transformiert sich von klassischen Maschinenbauern zu Lösungsanbietern. Man sieht, wie neue Wettbewerber im Bereich des industriellen Digitaldrucks auftauchen und die Rahmenbedingungen verschieben. Ehrlich gesagt, niemand kann vorhersagen, wie es weitergeht. Die digitale Transformation betrifft nicht nur die Produkte, sondern auch die Dienstleistungen und die Unternehmen selbst.

Der aktuelle Stand

Die Schließung der Werke II und III in der Mühlheimer Straße ist nur ein weiteres Zeichen für das, was in der Branche vor sich geht. Das Werk I, das heute nur noch als Hülle existiert, hat Rewe als Ankermieter, während die Produktion dort schon lange nicht mehr stattfindet. Ab dem 1. Juni 2026 werden nur noch letzte Aufträge abgearbeitet – das klingt wie das Aus für eine Ära. Die technische Entwicklung und Qualitätsverbesserungen waren stets zentrale Maximen des Unternehmens, aber die Frage bleibt: Wie kann man in einem schrumpfenden Markt bestehen?

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Für viele ist dieser Abschied nicht nur ein Verlust des Arbeitsplatzes, sondern auch ein emotionaler Schnitt – eine ganze Ära geht zu Ende. Wenn man in Offenbach ist, kann man die Melancholie fast spüren. Faber & Schleicher hat nicht nur Maschinen hergestellt, sondern auch Geschichten erzählt. Es ist schwer, sich vorzustellen, dass bald der letzte Vorhang fällt. Und während die Stadt sich von diesem Kapitel verabschiedet, bleibt die Frage, was die Zukunft für die Druckmaschinenindustrie bereithält.