Heute ist der 7.05.2026, und während die ersten Sonnenstrahlen den Main-Kinzig-Kreis mit ihrem warmen Licht durchfluten, steht für viele der Frühjahrsputz auf der Agenda. Ja, der gute alte Frühjahrsputz – oft als harmloser Neustart im Frühling angesehen, kann er jedoch auch im wahrsten Sinne des Wortes gefährlich werden. Besonders, wenn es um die Reinigung von Kellern, Schuppen oder Dachböden geht. Hier lauern nicht nur Staub und Spinnweben, sondern auch gesundheitliche Risiken durch Hantaviren.
Das Amts für Gesundheit und Gefahrenabwehr hat eindringlich vor diesen Viren gewarnt, die vor allem über den Kot und Urin von Rötelmäusen und anderen Nagetieren übertragen werden. Und das ist kein Spaß! Die Exkremente dieser kleinen Ungeheuer bleiben auch nach dem Eintrocknen noch mehrere Tage ansteckend. Eine Infektion geschieht meist durch das Einatmen von Staub, der mit den virushaltigen Partikeln kontaminiert ist – und das passiert oft, ohne dass man es überhaupt merkt. Ein bisschen Staub aufwirbeln, und schon kann man sich anstecken. Selten geschieht dies durch einen Biss der Nager, was die Sache nur umso unheimlicher macht.
Vorsicht beim Frühjahrsputz
In den letzten Jahren gab es einen Anstieg der Nagetierpopulation, bedingt durch günstige Bedingungen wie trockene Sommer und ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Das bringt die Hantaviren in unsere Nähe, und die Temperaturen sowie die veränderten Niederschlagsmuster könnten die Ausbreitung dieser Infektionskrankheiten weiter beeinflussen. Die Symptome einer Hantavirus-Infektion sind oft mild oder gar unbemerkt, können aber auch grippeähnliche Beschwerden hervorrufen – Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Bauchschmerzen, Durchfall, und in schlimmeren Fällen sogar Erbrechen. Wer nach 2 bis 4 Wochen nach dem Aufräumen solche Symptome entwickelt, sollte dringend einen Arzt aufsuchen. Es kann zu Nierenversagen führen!
Beim Frühjahrsputz ist es also ratsam, einige Schutzmaßnahmen zu beachten. Ausreichend lüften und feucht reinigen sind die ersten Schritte, um Staub zu vermeiden. Eine FFP3-Maske kann helfen, die Atemwege zu schützen. Lebensmittel sollten unzugänglich aufbewahrt und Unterschlupfmöglichkeiten für die Nager erschwert werden. Bei starkem Mäusebefall ist es sinnvoll, ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen zu Rate zu ziehen. Und die Beseitigung von toten Nagetieren oder deren Kot sollte unbedingt mit Einmalhandschuhen geschehen! Diese Materialien gehören in verschlossene Plastikbeutel in den Restmüll – und die Hände sollten danach gründlich gewaschen und desinfiziert werden.
Risikobehaftete Bereiche
Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man in ungenutzten Räumen, Gartenhäusern, Garagen oder Ferienhäusern aufräumt. Auch beim Umräumen von Brennholz oder beim Ausfegen von Gartenhäusern sollte man die Augen offen halten. Hantaviren werden nicht von Mensch zu Mensch übertragen, was einen kleinen Trost bietet. Aber wie gesagt, das Risiko einer Ansteckung ist höher in bestimmten Regionen Deutschlands, und die Wahrscheinlichkeit steigt mit jeder Staubwolke, die beim Putzen aufwirbelt.
Hantaviren sind ein schleichendes Risiko, das oft erst dann bemerkt wird, wenn es bereits zu spät ist. Daher ist es umso wichtiger, sich vor dem Frühjahrsputz gut zu informieren und entsprechende Vorkehrungen zu treffen. Das Robert-Koch-Institut und das Amt für Gesundheit und Gefahrenabwehr bieten umfangreiche Informationen, die helfen können, die eigene Gesundheit zu schützen.