Heute ist der 11.05.2026, und in Langenselbold hat sich ein kleines, aber eindrucksvolles Drama um einen Busch entfaltet. An der Ravolzhäuser Straße, unweit des Stadttorkreisels und einem beliebten Fußgänger- und Radweg, hat der Eichenprozessionsspinner sein Unwesen getrieben. Diese kleinen, gefräßigen Raupen haben ganze Arbeit geleistet und den befallenen Busch regelrecht kahl gefressen. Ein Warnschild wies Passanten darauf hin, Abstand zu halten – schließlich kann dieser gefräßige Geselle nicht nur Bäume, sondern auch Menschen schädigen.
Klimaschutzmanagerin Annika Bein bestätigte die Zerstörung des Strauchs durch die Raupen. Die Situation war ein wenig alarmierend, denn bisher war ein Befall an einem einzelnen Busch im Ort nicht bekannt. Bauamtsleiterin Verena Margraf berichtete von den regelmäßigen Kontrollen und der Entfernung befallener Äste aus den örtlichen Wäldern, wo diese Schmetterlingsart, insbesondere an Eichen, bekannt ist. Aber plötzlich war der Busch – ein unscheinbarer Teil der Vegetation – in den Fokus gerückt. Tausende Raupen hatten ihn in ein trauriges Schicksal gestürzt.
Gefahren und Vorsichtsmaßnahmen
Die kleinen Raupen sind nicht nur hungrig, sondern auch alles andere als harmlos. Ihre Brennhaare können gesundheitliche Probleme verursachen, darunter allergische Dermatitis bei Hautkontakt. Das ist besonders unangenehm, denn auch Haustiere sind nicht vor den unangenehmen Folgen gefeit. Was die Sache komplizierter macht: Der Befall wurde zunächst mit der harmlosen Gespinstmotte verwechselt, was Stadtbiologe Matthias Wissel bestätigte. Um die Bevölkerung zu schützen, ging die Verwaltung vorsichtshalber vom gravierenderen Fall aus.
Die Bekämpfung dieser Schädlinge unterliegt verschiedenen Regelungen. Zum Schutz der Eichen fällt sie unter die Pflanzenschutzmittel-Verordnung, während der Schutz der menschlichen Gesundheit unter die Biozid-Verordnung fällt. Es gibt unterschiedliche Bekämpfungsmethoden: chemisch, biologisch, mechanisch und thermisch. Aber Vorsicht: Diese sollten nur von professionellen Anwendern durchgeführt werden! Bei einem Befall ist es ratsam, Kontakt zu Gesundheits-, Forst- oder Pflanzenschutzämtern oder professionellen Schädlingsbekämpfern aufzunehmen.
Prävention und Bekämpfung
Eine der präventiven Maßnahmen, die empfohlen werden, ist das Aufhängen von Nistkästen für Meisen in der Nähe von Eichen – allerdings nicht direkt in die Bäume! Diese kleinen Vogelhelfer können helfen, die Raupenpopulation in Schach zu halten. Aber wenn der Befall bereits da ist, gibt es verschiedene Methoden, um die Raupen zu bekämpfen. Mechanische Bekämpfung, wie das Absaugen der Gespinstnester – möglich ab dem dritten Larvenstadium – oder thermische Bekämpfung, bei der Heißwasser oder Heißschaum in die Nester gebracht wird, sind Optionen. Ungeschütztes Abflammen oder das Fällen von Bäumen sollte man jedoch lieber lassen, da die Brennhaare unkontrolliert verteilt werden könnten.
Die Situation in Langenselbold ist ein starkes Beispiel dafür, wie der Klimawandel die Lebensbedingungen für Arten wie den Eichenprozessionsspinner begünstigt. Diese Schmetterlingsart findet sich nicht nur an Eichen, sondern auch an anderen Baumarten. Mit einem gewissen Nachdruck sollte die Bevölkerung auf die Gefahren hingewiesen werden. Das Umweltbundesamt empfiehlt, betroffene Gebiete zu meiden und die Raupen sowie ihre Nester nicht zu berühren. Falls doch ein Kontakt stattfindet, sollte man seine Kleidung wechseln, reinigen und sich gründlich duschen – und die Kleidung bei mindestens 60 °C waschen!