Usingen, im ländlichen Norden des Hochtaunuskreises gelegen, ist wahrlich ein Kleinod, das sich nicht nur durch seine historische Bedeutung auszeichnet, sondern auch durch seine charmante, aber etwas abgeriegelte Lage – immerhin 35 Kilometer von Frankfurt entfernt. Als einstige Residenzstadt kann Usingen auf ein Fachwerk-Rathaus und ein beeindruckendes Schloss zurückblicken, das heute als Gymnasium dient. Doch der Weg dorthin ist nicht gerade ein Zuckerschlecken, denn Usingen ist schwerer erreichbar als der Vordertaunus. Doch das könnte sich bald ändern!

Der Bürgermeister hat sich auf die Fahnen geschrieben, Fördergelder aus Hessen zu nutzen, um historische Bauten auf Vordermann zu bringen und die Durchgangsstraßen neu zu gestalten. Ein ganz besonderes Augenmerk liegt auf dem Prinzenpalais, einem Gebäude mit einer bewegten Geschichte, das im Mittelalter sowohl als Adelshof als auch als Gaststätte und Poststation diente. Seit 1888 war es der Sitz der Kreisverwaltung des historischen Kreises Usingen. Leider steht das Palais seit über zwölf Jahren leer und die Fassade bröckelt – ein wahres Trauerspiel!

Das Prinzenpalais – Ein kulturelles Herzstück

Das Prinzenpalais, ein neuzeitliches Stadtpalais der Linie Nassau-Usingen, findet sich an der B456 in der Obergasse 23. Es ist nicht nur ein Baudenkmal, sondern auch ein Stück lebendige Geschichte, das in Verbindung mit dem benachbarten Beamtenhaus steht, dem Geburtshaus des Politikers August Hergenhahn. Der Baumeister Johann Wilhelm Faber hatte das Palais für Friedrich August von Nassau-Usingen entworfen, der es als Prinz bewohnte. Nach seiner Erhebung zum Fürsten 1803 zog er ins Biebricher Schloss um und das Palais wurde zum Landratsamt umgebaut.

Der Landkreis plant nun, im Prinzenpalais ein Haus der Kultur einzurichten, in dem Volkshochschule und Kulturamt untergebracht werden sollen. Das Ziel? Ein Treffpunkt für Gäste und Bürger zu schaffen – ein Ort, an dem Kultur und Gemeinschaft wachsen können. Die Kosten für dieses Vorhaben könnten sich auf etwa zehn Millionen Euro belaufen, wobei der Kreis darauf bedacht ist, möglichst wenig öffentliches Geld auszugeben.

Ein neuer S-Bahn-Anschluss für Usingen

Ein weiterer Lichtblick für die Stadt ist die geplante S-Bahn-Anbindung. Der Bau der Oberleitungen für die S-Bahn ist bereits beschlossen und wird die Anreise nach Usingen erheblich verbessern. Aktuell hält hier nur die Taunusbahn, aber das könnte sich bald ändern. Regierungspräsident Prof. Dr. Jan Hilligardt hat den Planfeststellungsbeschluss für die Elektrifizierung und den Ausbau der Taunusbahn übergeben. Dies wird als ein wichtiger Schritt in Richtung eines verbesserten öffentlichen Nahverkehrs angesehen.

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In Zeiten des Klimawandels ist ein leistungsfähiger und attraktiver ÖPNV wichtiger denn je. Ulrich Krebs, der Landrat des Hochtaunuskreises, bezeichnete den Tag der Übergabe als einen „guten Tag für die Taunusbahn“. Die Elektrifizierung soll das Usinger Land näher an Frankfurt heranbringen und wird als Verlängerung der S-Bahn-Linie S5 beschrieben, was die Verbindung zwischen Metropole und Region erheblich verbessern wird.

Veranstaltungen und Gemeinschaft

In der Usinger Schafferei finden verschiedene Veranstaltungen statt, die das Gemeinschaftsgefühl unter den Bürgern stärken. Ob Seniorensingen, Eltern-Baby-Treffs oder Näh- und Englischkurse – hier ist für jeden etwas dabei! Die Stadt hat viel zu bieten und es ist klar, dass die Planungen rund um das Prinzenpalais und die S-Bahn-Anbindung das Leben in Usingen bereichern werden. Der Landrat plant zudem, Geld und Zustimmung für die Pläne des Prinzenpalais zu sammeln, was die Vorfreude auf eine neue, lebendige Ära in dieser charmanten Stadt nur noch steigert.

Die nächsten Jahre könnten spannend werden für Usingen! Das Potenzial ist da, die Geschichte wird neu geschrieben und vielleicht wird das Prinzenpalais schon bald wieder zum pulsierenden Herzen der Stadt. Wer weiß, vielleicht wird der Duft von frisch gebackenem Brot durch die Gassen wehen, während die Menschen sich im neuen Kulturhaus zusammenfinden – ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des Lernens. Usingen, wir halten die Daumen!