Heute ist der 9.05.2026, und im Hochtaunuskreis tut sich etwas Spannendes. Der Taunusplatz in Langen, ein Ort, der in den letzten Jahren nicht viel Liebe abbekommen hat, wird nun endlich aufgefrischt. Künstler Solly Guigui hat zusammen mit Sara Lungu und Andreas Roth Hand angelegt, um dem Platz eine neue, bunte Identität zu verleihen. Anstatt dem gewohnten Einheitsgrau begegnen uns jetzt knallige, spielerische Gestaltungselemente und ein Labyrinth, das nicht nur die Kinderherzen höher schlagen lässt.
Das Projekt ist Teil eines Stadtexperiments, das die Verkehrsführung, die Optik und die Aufenthaltsqualität am Kreuzungsbereich Garten-/Walter-Rathenau-Straße verbessern soll. Bürgermeister Jan Werner hat betont, dass die finanziellen Mittel für einen umfassenden Umbau aufgrund der angespannten kommunalen Finanzlage fehlen. Deshalb setzen die Verantwortlichen auf kreative Lösungen mit geringen Mitteln. Die neuen Pflanzkübel mit Bäumen bringen frischen Wind und mehr Grün auf den Platz, was nicht nur die Augen erfreut, sondern auch das Mikroklima verbessert – so wird’s zumindest von Stefan Löbig angedeutet.
Ein Experiment mit viel Potenzial
Die Idee, den Taunusplatz zu beleben, ist nicht neu. Tatsächlich gab es schon frühere Umgestaltungsinitiativen, die jedoch am Geld gescheitert sind. Jetzt, in diesen finanziell angespannten Zeiten, sieht die Stadt im Stadtexperiment eine Möglichkeit, mit wenig Aufwand viel zu erreichen. Der Taunusplatz, der 2011 kurzzeitig in Tarsusplatz umbenannt wurde, soll nun wieder zu einem Ort werden, der zum Verweilen einlädt. Ein Tempo-30-Bereich wird über den Platz hinaus bis zur Einmündung Wiesenstraße ausgeweitet, und die Gartenstraße wird im Bereich des Platzes s-förmig verschwenkt und verschmälert – das soll die Autofahrer zum langsamen Fahren animieren.
Die Vorbereitungen sind bereits angelaufen. Im April wurde ein praktischer Verkehrsversuch durchgeführt, um die Befahrbarkeit der geplanten Kurvenradien durch Feuerwehr- und Müllfahrzeuge zu testen. Das Ergebnis? Ein großer Schritt in die richtige Richtung! Die Anwohner und Bewohner der benachbarten Straßen wurden in die Planungen einbezogen und haben in der Regel mit Zustimmung reagiert.
Einblick in die Zukunft
Nach einem Jahr wird es einen Zwischenbericht geben, der erste Erkenntnisse und vielleicht auch Herausforderungen aufzeigt. Schließlich ist das Experiment auf zwei Jahre angelegt und zielt darauf ab, die Verkehrslenkung und -sicherheit zu verbessern, die Fahrzeuggeschwindigkeiten zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität zu steigern. Ein weiterer positiver Aspekt: Die Gesamtzahl der Parkplätze wird um einen erhöht, was für die Anwohner eine willkommene Nachricht ist.
Mit einem Zuschuss von 200.000 Euro aus dem Programm „Zukunft Innenstadt“ vom Land Hessen sieht es so aus, als ob die Verantwortlichen auf dem richtigen Weg sind, auch wenn ein kompletter Platzumbau nicht realistisch ist. Die Vorfreude auf die bunte, grüne Oase, die der Taunusplatz bald sein könnte, ist spürbar. Die Anwohner dürfen also gespannt sein, wie sich ihr Platz im Laufe des Experiments entwickeln wird. Und vielleicht wird der Taunusplatz ja bald zu einem der beliebtesten Treffpunkte in Langen!