Am vergangenen Wochenende feierte der Freie Sängerchor Ausbach ein ganz besonderes Jubiläum: 100 Jahre Vereinsgeschichte! Ein Anlass, der mehr als nur ein Grund zum Feiern ist – es ist ein Fest der Musik, der Gemeinschaft und der Tradition. Die Veranstaltung fand in einer festlich geschmückten Halle statt, die bereits beim Betreten ein Gefühl von Vorfreude verbreitete. Man konnte die Aufregung förmlich spüren, die in der Luft lag, als die Chorgemeinschaft Ausbach/Ransbach unter der Leitung von Ralf Schmitz den Abend mit dem ergreifenden Lied „Musik, du heilige Kunst“ eröffnete. Ein schönerer Auftakt hätte kaum gewählt werden können!
Das Programm war eine harmonische Melange aus verschiedenen Darbietungen. Der Frauenchor Ransbach sorgte mit „Ein bisschen Frieden“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“ für Gänsehaut, während die Albasänger mit ihrem gefühlvollen „La Montanara“ die Zuhörer mit auf eine Reise in die Berge nahmen. Das Doppelquartett überraschte mit dem Stück „Untreue Frau“ – eine amüsante Wahl, die für einige Lacher sorgte. Und wer hätte gedacht, dass der MGV Philippsthal mit seinem Schlager-Medley und Thomas Martens am E-Piano die Menge so mitreißen könnte? Der Gesang hallte durch die Halle, und das Publikum konnte nicht anders, als mitzuwippen und zu schunkeln.
Ein Rückblick auf die Geschichte
Der Vorsitzende des Sängerchores, Rolf Hartmann, ließ die reichhaltige Geschichte des Vereins Revue passieren. Über 100 Jahre, in denen der Chor nicht nur die musikalische Landschaft der Region prägte, sondern auch ein Ort der Begegnung und Gemeinschaft war. Doch nicht nur die musikalischen Darbietungen standen im Mittelpunkt: Bürgermeister Andre Stenda überreichte dem Verein eine Spende von 400 Euro für die Vereinskasse, und Landrat Torsten Warnecke verlieh die Silberne Ehrenplakette des Landes Hessen sowie eine Urkunde – ein hohes Zeichen der Anerkennung für das Engagement des Chores.
Ein weiteres Highlight war die Übergabe einer Chorwerk-Gutschrift von 3,50 Euro pro aktivem Mitglied durch Klaus Trollhagen, den Präsidenten des Mitteldeutschen Sängerbundes. Solche Gesten zeigen, wie wichtig die Unterstützung von Gastvereinen und lokalen Banken für die Durchführung solcher Veranstaltungen ist. Es ist diese Gemeinschaft, die den Chorgesang in Deutschland lebendig hält.
Chorgesang im Wandel der Zeit
Und wenn wir über die Bedeutung des Chorgesangs sprechen, können wir nicht die Wurzeln dieser Tradition vergessen. Chorgesang ist nicht nur eine Leidenschaft, die in den letzten Jahrhunderten gewachsen ist; sie hat ihre Ursprünge bereits in der Antike. Damals waren es die Chorlieder, die Tragödien und Komödien begleiteten, während im Mittelalter Singgruppen den Gottesdienst umrahmten. Der Begriff „Chor“ selbst stammt von der Position der Sänger im Kirchenraum – ein Hinweis auf die enge Verbindung zwischen Gesang und Gemeinschaft.
Die Entwicklung des Chorgesangs ist ein faszinierendes Thema. Seit den ersten mehrstimmigen Klängen im 14. Jahrhundert bis hin zu den großen Oratorien von Bach und Händel – jede Epoche hat ihre eigenen Highlights hervorgebracht. Im 19. Jahrhundert begannen gemischte Chöre an Bedeutung zu gewinnen, während die Männerchöre oftmals mit vaterländischem Liedgut auftrumpften. Ein stetiger Wandel, der sich auch heute noch vollzieht. Die Herausforderung, jüngere Menschen zum Mitsingen zu begeistern, bleibt bestehen, aber die Tradition des Chorgesangs ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur.
Den krönenden Abschluss des Abends bildete das gemeinsame Singen der Kali-Regionalhymne „Glück auf, der Steiger kommt“. Ein Moment, der die Herzen aller Anwesenden zusammenbrachte und das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zelebrierte. Es war ein Fest, das nicht nur die Vergangenheit ehrte, sondern auch einen Ausblick auf die Zukunft des Chorgesangs gab. Und so wird der Freie Sängerchor Ausbach weiterhin eine wichtige Rolle in der musikalischen Landschaft der Region spielen, während er sich den Herausforderungen der modernen Zeit mit einem Lächeln und einem Lied auf den Lippen stellt.