Heute ist der 11.05.2026 und die Vorfreude in Bad Hersfeld ist greifbar! Am 27. Juni 2026 wird das Broadway-Musical „Something Rotten“ seine Deutschland-Premiere in der Stiftsruine feiern. Ein Spektakel, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Über 25 Darsteller werden Shakespeare auf eine höchst amüsante Art und Weise parodieren. In zwei Stunden und zehn Minuten werden sie das Publikum mit 20 eingängigen Songs mitreißen. So viel kann ich schon jetzt verraten: Es wird eine unvergessliche Reise in die Theaterwelt des 16. Jahrhunderts.
Die Proben sind am Montagnachmittag in der Stadthalle gestartet. Regisseur Matthias Davids hat sich einiges vorgenommen. Er betont die Notwendigkeit komödiantischer Präzision – schließlich geht es darum, die Zuschauer zum Lachen zu bringen und sie für das Theater zu begeistern. „Something Rotten“ hat bereits 2015 in New York für Furore gesorgt und wurde dort rund 700 Mal aufgeführt. Das Stück wurde mehrfach für den Tony Award nominiert – das spricht für sich!
Eine Zeitreise ins Jahr 1595
Die Handlung spielt im Jahr 1595 in London, wo die Brüder Nick und Nigel Bottom, beide leidenschaftliche Theatermacher, im Schatten von William Shakespeare stehen. Nick ist frustriert, als er von Lord Clapham erfährt, dass Shakespeare ebenfalls an einem Stück mit dem Titel „Richard II.“ arbeitet. „God, I Hate Shakespeare“, ruft Nick aus, während er das Gefühl hat, dass er und sein Bruder in der kreativen Wüste verdorren. Inmitten dieser Rivalität trifft Nick auf die Wahrsagerin Nancy Nostradamus, die ihm prophezeit, dass das nächste große Ding im Theater ein Musical sein wird. Zunächst hält Nick die Idee für absurd, doch bald beginnt er, sich für das Konzept zu begeistern.
Sein Bruder Nigel, der sich in die Puritanerin Portia verliebt hat, ist ebenfalls in seinen eigenen Gedanken gefangen. Nick versucht, Nigel von seiner Musical-Idee zu überzeugen, verschweigt ihm jedoch den Besuch bei Nostradamus. Während die beiden Brüder versuchen, ihrem Schicksal zu entkommen, erleben sie allerlei Turbulenzen – von finanziellen Schwierigkeiten bis hin zu Verwicklungen mit Shylock, der ihnen anbietet, die Truppe zu finanzieren. Komisch, was für Wendungen das Leben manchmal nimmt!
Das kreative Team hinter dem Musical
Das kreative Team, das hinter dieser aufregenden Produktion steht, ist beeindruckend. Christoph Wohlleben leitet ein Orchester mit 18 Musikern, während die Choreografie von Kim Duddy stammt, die bereits für ihre Arbeit beim Musical „Goethe“ ausgezeichnet wurde. Kostüme werden von Adam Nee entworfen, der sage und schreibe 150 verschiedene Gewänder kreiert hat. Das Bühnenbild von Andrew D. Edwards ist inspiriert vom berühmten Globe-Theater – da wird die Atmosphäre gewiss eine ganz besondere sein!
Die Geschichte von „Something Rotten“ reflektiert nicht nur die Rivalität zwischen den Brüdern und Shakespeare, sondern auch die Herausforderungen und Freuden des Theaterschaffens im Allgemeinen. Die Wurzeln des Theaters reichen weit zurück – bis in die griechische Antike, wo das Theater als Wiege des abendländischen Schauspiels gilt. Die Einführung von Zuschauerraum und die Entwicklung hin zu politischen Festversammlungen sind nur einige der vielen Facetten, die das Theater über die Jahrhunderte geprägt haben.
Die Komödie, die sich aus dem Dionysoskult entwickelte, wurde zur beliebtesten Gattung der hellenistischen Zeit. Sie war spottfreudig und thematisierte sowohl Mythenhelden als auch Politiker. Diese Tradition des Scherzes und der satirischen Betrachtung von Gesellschaft und Politik findet sich auch in „Something Rotten“ wieder. Die Parodien und Anspielungen auf berühmte Musicals der letzten 70 Jahre machen das Stück zu einer Zeitreise durch die Theatergeschichte.
Mit „Something Rotten“ wird Bad Hersfeld nicht nur zur Bühne für ein internationales Erfolgsmusical, sondern auch zum Schauplatz einer kreativen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Theaters. Ich kann es kaum erwarten, im Juni die Stiftsruine zum Leben erweckt zu sehen!