Heute ist der 17.05.2026, und in Fulda gibt es Grund zum Feiern! Dr. Christian Sellin hat als erster Mediziner am Campus Fulda habilitiert. Ein Meilenstein, der nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für die gesamte Region von großer Bedeutung ist. Die feierliche Antrittsvorlesung fand in der Campus-Etage des Klinikums Fulda statt – ein Ort, an dem die Zukunft der Medizin bereits jetzt greifbar wird.
Diese Habilitation ist nicht nur ein akademischer Erfolg, sondern zeigt auch, wie Dr. Sellin die komplette wissenschaftliche Wertschöpfungskette am Standort Fulda verankert hat. Von der Studienkonzeption bis zur Publikation – alles in einem Atemzug. Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Vorstands, betonte, dass dies ein bedeutender Schritt für den Campus Fulda sei. Und auch der Mentor von Dr. Sellin, Prof. Dr. Hilmar Dörge, war voller Lob für dessen Werdegang und Innovationskraft. Besonders bemerkenswert ist seine Expertise in der minimalinvasiven Herzchirurgie, die in Fulda inzwischen ein fester Bestandteil der chirurgischen Praxis ist.
Moderne Chirurgie in Fulda
Dr. Sellin hielt eine spannende Antrittsvorlesung über die moderne koronare Bypasschirurgie ohne Brustbeindurchtrennung (TCRAT). Diese Methode hat sich als äußerst vorteilhaft erwiesen – sie zeigt vergleichbare Ergebnisse zur klassischen Operation in Bezug auf Erholung und Organfunktion. Rund 80 Prozent aller Bypassoperationen in Fulda werden mittlerweile minimalinvasiv durchgeführt. Über 1000 Patienten haben bereits von dieser innovativen Technik profitiert.
Die Vorteile dieser neuen, schonenden Technik sind nicht zu übersehen. Patienten kommen nach Herz-Operationen schneller auf die Beine, was für viele ein ganz neues Lebensgefühl bedeutet. Statt das Brustbein mit einer Säge zu durchtrennen, wird ein kleiner Schnitt zwischen den Rippen verwendet. Harald Schuppich, ein Patient, ist das beste Beispiel dafür: Er konnte zwei Monate nach seiner Operation wieder arbeiten und nach drei Monaten wieder Fahrrad fahren. Das ist doch ein Grund zum Feiern!
Eine neue Ära der Herzchirurgie
Der Direktor der Fachklinik, Hilmar Dörge, hat mit über 700 behandelten Patienten in dieser neuen Methode Pionierarbeit geleistet. Er lernte die Technik auf einem Kongress in Frankfurt kennen und ließ sich in Kiew von ihrem Erfinder Oleksandr Babliak schulen. Diese innovative Herangehensweise hat sich in Fulda etabliert und wird mittlerweile auch in anderen renommierten Kliniken, wie dem Deutschen Herzzentrum in München, angewendet.
Die Kombination von Bypass-OP und Herzklappenersatz, die ab Mai 2024 in Fulda durchgeführt wird, ist weltweit einzigartig. In Deutschland werden jährlich etwa 70.000 Menschen am offenen Herzen operiert, wobei in Fulda beeindruckende 80% der Herz-OPs minimal-invasiv sind – zum Vergleich: bundesweit sind es nur 2%. Die koronare Herzkrankheit (KHK), eine ernstzunehmende Erkrankung, die durch Verengungen der Herzkranzgefäße entsteht, wird so auf eine ganz neue Weise behandelt. Patienten können schneller in ihr gewohntes Leben zurückkehren, was für viele eine enorme Erleichterung darstellt.
Mit der Verleihung der „Venia Legendi“ tritt Dr. Sellin nun in den Kreis der Hochschullehrer ein und wird sicherlich auch in Zukunft ein wichtiger Akteur im medizinischen Bereich von Fulda sein. Zudem hat das Klinikum Fulda ein neuartiges Defibrillator-System implantiert, das ohne direkten Herzkontakt funktioniert – ein weiterer Schritt in die Zukunft der Herzmedizin.