Am Samstag wird Frankfurt am Main wieder zum Schauplatz eines musikalischen Highlights. In der Alten Oper findet das Konzert des Enthusiastenchores statt, bei dem über 280 musikbegeisterte Laien auf der Bühne stehen werden. Zum dritten Mal versammeln sich Sängerinnen und Sänger, um ein Werk zu präsentieren, das sicherlich für Gänsehaut sorgen wird: Johannes Brahms‘ „Ein deutsches Requiem“. Man könnte sagen, Brahms‘ Requiem ist weniger düster als eine typische Totenmesse – es strahlt vielmehr die Wärme und Hoffnung aus, die in schweren Zeiten Trost spenden kann.
Chorleiter Florian Lohmann, der das Ensemble seit drei Jahren anführt, hat eine klare Vision: mehr Freude in den Gesichtern der Sänger während der Proben. Und das gelingt ihm offenbar, denn die letzte Probe in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) zeigte deutliche Fortschritte. Mit fast 400 Mitgliedern ist der Chor eine beachtliche Gemeinschaft, die zusammenkommt, um die ergreifenden Klänge von Brahms zu erarbeiten. Die Herausforderung, solch ein großes Ensemble zu dirigieren, nimmt Lohmann mit Bravour an.
Ein gemeinschaftliches Erlebnis
Für die Chormitglieder ist das Singen in dieser Gemeinschaft pures Glück. Wie Tatjana Varvitsiotis es beschreibt: Sie hat aufgrund ihrer Erkrankung an Multipler Sklerose ihren Beruf als Pianistin aufgegeben, doch das Singen gibt ihr eine neue Perspektive. Täglich übt sie das Requiem und wird sogar ohne Noten auf die Bühne treten – ein wahrhaft mutiger Schritt! Auch Bettina und Julien Mues-Boeuf aus Karlsruhe sind dabei, und trotz anfänglicher Bedenken, sich in der großen Gruppe verloren zu fühlen, empfinden sie die Atmosphäre als angenehm und einladend. Das ist es, was den Enthusiastenchor so besonders macht: die Verbindung von Menschen, die für die Musik brennen.
Am 16. Mai um 19 Uhr wird es dann soweit sein – die Alte Oper wird zum Ort der Begegnung zwischen professionellen Solisten wie Ylva Stenberg und Samuel Hasselhorn, den Hochschulchormitgliedern und den engagierten Laien. Lohmann bezeichnet das Brahms-Requiem als eines der ergreifendsten Werke der Chorliteratur, und diese Aufführung verspricht, ein Fest der Emotionen zu werden.
Ein Blick in die Zukunft
Doch das ist noch nicht alles! Für die Liebhaber der Chormusik gibt es bereits einen Termin für 2027. Am 04. Juni wird der Enthusiastenchor erneut in der Alten Oper auftreten, diesmal mit Chormusik von Georg Friedrich Händel. Die Veranstaltung wird von der Alten Oper Frankfurt und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main organisiert und bietet eine Plattform für Laien, um sich in einem neuen Werk einzubringen. Es wird eine Feierstunde des Laiensingens, die an royale und zeremonielle Feierlichkeiten in London erinnert – ein Anlass, der die Erhabenheit und Festlichkeit Händels widerspiegelt.
Die Anmeldephase für interessierte Sängerinnen und Sänger beginnt bereits Mitte September. Wer also Lust hat, Teil dieser großartigen Initiative zu werden und auf der Bühne des Großen Saals zu stehen, sollte sich diesen Termin im Kalender vormerken! Der Enthusiastenchor lebt von der Leidenschaft und dem gemeinschaftlichen Geist seiner Mitglieder, und das lässt sich auch in den kommenden Projekten spüren.