Heute ist der 2.05.2026 und in Hessen wird heute ein ganz besonderer Film präsentiert, der die glanzvolle, aber auch schmerzhafte Geschichte der Disco-Band Boney M. beleuchtet. Die Doku „Boney M: Disco. Macht. Legende.“ von Oliver Schwehm bietet nicht nur einen Rückblick auf die Erfolge der Band, sondern thematisiert auch die Ausbeutung durch den umstrittenen Musikproduzenten Frank Farian, der 1941 in Kirn geboren wurde und am 23. Januar 2024 im Alter von 82 Jahren starb.
Farian, der als „Genie“ galt, war gleichzeitig für seine skrupellosen Machenschaften bekannt. Er gründete Boney M. in den 1970er Jahren und stellte eine Band aus attraktiven Mitgliedern zusammen, denn er wusste: „Die Leute hören mit den Augen.“ Die Band wurde 1974 ins Leben gerufen und ihr erster Hit „Daddy Cool“ erschien 1976 und verkaufte sich über eine Million Mal. Doch hinter dem Glanz der Erfolge versteckte sich eine dunkle Seite.
Die Geschichte von Boney M.
Boney M. war nicht nur eine Band, sondern ein Phänomen. Ihre Mitglieder stammten aus der Karibik und wurden über eine niederländische Casting-Agentur rekrutiert. Hits wie „Sunny“, „Ma Baker“ und „Rivers of Babylon“ – letzterer verkaufte sich weltweit 20 Millionen Mal – machten sie berühmt. Doch Farian, der die Kontrolle über die Band hatte, verbot ihnen, Konzerte zu geben, da er mehr Geld mit Plattenverkäufen verdienen wollte. In einer Zeit, in der Rassismus in Deutschland weit verbreitet war, wurden die Bandmitglieder häufig als „Marionetten“ und „stimmlose Hupfdohlen“ bezeichnet, was ihre tatsächlichen Leistungen in den Schatten stellte.
Die Doku wirft einen kritischen Blick auf die Bandgeschichte und die Herausforderungen, mit denen die Mitglieder konfrontiert waren. Bobby Farrell, das schillernde Gesicht der Gruppe, wurde 1980 aus der Band geworfen und durch Reggie Tsiboe ersetzt. Das letzte Album „Eye Dance“ erschien 1985, doch zu diesem Zeitpunkt hatte Farian das Interesse an Boney M. verloren.
Frank Farians umstrittene Karriere
Frank Farian war nicht nur der Kopf von Boney M., sondern auch für andere erfolgreiche Projekte verantwortlich, darunter die Bands No Mercy und Milli Vanilli. Bei den letzteren sorgte er für einen Skandal, als bekannt wurde, dass die Frontmänner nicht die echten Sänger waren, was dazu führte, dass ihnen der Grammy für den besten Newcomer 1990 aberkannt wurde.
Farian, der zunächst als Koch ausgebildet wurde, fand seinen Weg in die Musikindustrie und produzierte diverse Hits, darunter auch die deutsche Coverversion von „Rocky“, die 1976 die deutschen Charts anführte. Trotz seines Erfolges war sein Umgang mit Künstlern oft umstritten, da er häufig die tatsächlichen Sänger hinter den Kulissen hielt und die Bandmitglieder in den Hintergrund drängte.
Ein Blick in die Zukunft
Die Doku über Boney M. wird am 11. Mai 2026 im Ersten ausgestrahlt und wird sicherlich viele Zuschauer fesseln. In einer Zeit, in der die Musikindustrie immer noch mit Fragen der Authentizität und des künstlerischen Ausdrucks konfrontiert ist, bietet die Geschichte von Boney M. wertvolle Einblicke in die Dynamik zwischen Künstlern und Produzenten. Die Doku könnte auch das Interesse an Frank Farians Leben neu entfachen, da eine Dokumentarfilmreihe über ihn bereits in der Vorbereitung ist.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Geschichte von Boney M. und Frank Farian nicht nur ein Kapitel der Musikgeschichte ist, sondern auch eine eindringliche Erinnerung an die Herausforderungen, mit denen Künstler in der Industrie konfrontiert sind. Die Doku wird den Zuschauern dazu dienen, die Widersprüche zwischen Ruhm und Ausbeutung besser zu verstehen.