In Bremen, wo die Luft oft nach frischem Nordseewind riecht, hat die jüngste Verurteilung der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette Wellen geschlagen, die weit über die Stadtgrenzen hinausreichen. Michael Buback, der Sohn des 1977 von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hat sich erneut zu Wort gemeldet. Er fordert eine intensivere Aufarbeitung der Verbrechen der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) und lässt keinen Zweifel daran, dass das Urteil gegen Klette – 13 Jahre Haft für zahlreiche Überfälle – noch lange nicht das letzte Wort ist. „Das setzt keinen Schlusspunkt“, so Buback, „und ist noch nicht rechtskräftig.“

Die Bundesanwaltschaft hat Klette die Mittäterschaft an drei RAF-Anschlägen zwischen 1990 und 1993 vorgeworfen. Ein weiteres Gerichtsverfahren droht ihr, während der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main nun entscheiden muss, wann und wie dieser Prozess stattfinden wird. Buback macht deutlich, dass von mehr als 30 der der RAF zugeschriebenen Morde nur einer – ja, nur einer! – tatsächlich aufgeklärt wurde. Der Mord an seinem Vater und seinen Begleitern am 7. April 1977 bleibt bis heute ein düsteres Rätsel, das die deutsche Justiz vor eine schier unlösbare Aufgabe stellt.

Die düstere Geschichte der RAF

Die RAF ist nicht einfach nur eine Fußnote in der deutschen Geschichte; sie ist ein Kapitel, das schmerzhafte Erinnerungen und ungelöste Fragen birgt. Man denke nur an den Bombenanschlag auf den Terrace Club in Frankfurt im Mai 1972 – ein Beispiel für die skrupellose Gewalt, die diese Gruppierung ausübte. Der erste große Aufschrei war die „Baader-Befreiung“ im Jahr 1970. Ein gewaltsamer Akt, der die Polizei auf den Plan rief und die Fahndung nach der Baader-Meinhof-Gruppe ins Rollen brachte. Über 300 Schüsse fielen, und die Geschichte nahm ihren blutigen Lauf.

Die RAF führte zahlreiche Überfälle durch, von Banken bis hin zu Anschlägen auf Polizeieinrichtungen. Man kann sich kaum vorstellen, wie es damals in den Straßen zuging – Angst und Schrecken durchzogen das Land. Die Verhaftungen der führenden Köpfe der RAF, wie Andreas Baader und Ulrike Meinhof, führten zwar zu einem gewissen Rückgang der Aktivitäten, doch die Wunden, die diese Zeit hinterlassen hat, sind noch lange nicht verheilt.

Klette und ihre Komplizen

Daniela Klette, die nun im Fokus steht, lebte bis zu ihrer Festnahme im Februar 2024 in Berlin-Kreuzberg unter dem Alias „Claudia“. Ihre Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte zwischen 1999 und 2016 haben nicht nur ein Loch in die Kassen gerissen, sondern auch ein weiteres Kapitel der Gewalt und des Verbrechens aufgeschlagen. Zusammen mit ihren Komplizen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub erbeutete sie rund zwei Millionen Euro. Garweg und Staub sind jedoch noch immer auf der Flucht – das Bild eines unaufhörlichen Schattenspiels zwischen Justiz und Verbrechern.

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Die Diskussion um die RAF und ihre Verbrechen ist keineswegs abgeschlossen. Michael Buback fordert, dass die Mordfälle, die seit Jahrzehnten im Dunkeln liegen, endlich aufgedeckt werden. Der Mord an seinem Vater bleibt ein Symbol für die Unfähigkeit des Staates, die Wahrheit ans Licht zu bringen. „Mord verjährt nicht“, so Buback, und das ist eine klare Ansage an alle, die glauben, die Zeit würde die Wunden heilen. Sie tut es nicht.

So bleibt die Frage: Wie viele weitere Geheimnisse schlummern noch in den Archiven der deutschen Justiz? Und wird Klette, die nun im Fokus der Ermittlungen steht, vielleicht doch noch die Schlüssel zu diesen dunklen Kapiteln in der Hand halten? Die nächsten Monate könnten entscheidend sein – sowohl für die Opfer als auch für die, die sich mit dieser blutigen Geschichte auseinandersetzen müssen.