Heute ist der 7. Mai 2026 und in Weilheim-Schongau wird die Konditorei Barnsteiner, eine Institution der Region, ihre Türen schließen. Nach 33 Jahren, in denen sie zahlreiche Torten für Hochzeiten, Geburtstage und andere festliche Anlässe kreierten, haben Hans und seine Frau beschlossen, dass es an der Zeit ist, den Staffelstab niederzulegen. Private Gründe und der Wunsch nach mehr Freizeit stehen hinter dieser schweren Entscheidung. Nicht etwa finanzielle Schwierigkeiten, sondern die Unmöglichkeit, einen Nachfolger für den Betrieb zu finden, haben das Ehepaar zu diesem Schritt bewogen.

Hans Barnsteiner ist ein wahrer Meister seines Fachs. Mit 48 Jahren Erfahrung in der Backstube, die 1978 mit einer Ausbildung in der Konditorei Krönner begann, hat er über die Jahre unzählige Konditoren ausgebildet. Gemeinsam mit seiner Tochter Sabrina, mit der er über Jahrzehnte als Team arbeitete, führte er die Konditorei Krönner von 1994 bis zum Ablauf des Pachtvertrags im Jahr 2021. Danach eröffneten sie einen kleineren Laden, der bis zum letzten Tag gut läuft – die Tortenbestellungen aus dem Raum München und Starnberg reißen nicht ab.

Der Abschied naht

Am 30. Mai 2026 wird die letzte Hochzeitstorte gebacken, und der Betrieb wird, so die Pläne, mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschlossen. Das Ehepaar hat in all den Jahren eine Menge Herzblut in ihre Arbeit gesteckt. Doch jetzt ist es an der Zeit, die wohlverdiente Freizeit zu genießen. „Wir wollten immer eine Doppelspitze im Betrieb – jemand für den Laden und jemand für die Backstube“, erzählt Hans. Doch der passende Nachfolger blieb aus, und so blieb nur der Abschied.

Die Schließung einer solch traditionsreichen Konditorei ist nicht nur ein Verlust für die Barnsteiners, sondern auch für die gesamte Region. Die Konditorkunst hat eine lange Geschichte, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, als Marzipan nach Mitteleuropa kam. Im 18. Jahrhundert waren es Zuckergebäude und aufwendige Torten, die in den fürstlichen Küchen Münchens zur Schau gestellt wurden. Die Kunst der Konditoren war damals ein Statussymbol – ein wenig wie heute, nur dass die Barnsteiners mit ihren köstlichen Kreationen nicht nur den Reichen, sondern allen Menschen Freude bereiteten.

Konditorei im Wandel der Zeit

Die Entwicklung der Konditorkunst ist faszinierend und vielschichtig. Im 19. Jahrhundert, mit der Massenproduktion von Zucker aus Zuckerrüben, erlebte die Branche einen Aufschwung. Die ersten Pralinen wurden entwickelt und Schokolade fand ihren Weg in die Backstuben. Heute hat sich die Konditorei zu einem Ort gewandelt, an dem Tradition und moderne Einflüsse aufeinandertreffen. Konditoren sind weiterhin dafür verantwortlich, festliche Anlässe mit ihren Produkten zu bereichern. Diesen hohen Anspruch haben sich auch die Barnsteiners zu eigen gemacht.

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Wenn am 30. Mai die letzten Torten über die Theke gehen, wird das nicht nur das Ende eines Kapitels für die Barnsteiners, sondern auch für alle, die ihre süßen Kunstwerke geschätzt haben. Ein Stück Weilheim wird mit der Schließung der Konditorei verloren gehen, aber die Erinnerungen an die köstlichen Leckereien und die herzliche Atmosphäre werden bleiben. Wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages wieder einen Ort, an dem die Konditorkunst auf so liebevolle Weise zelebriert wird.