Der European Village Renewal Award 2026, auch bekannt als EV!RA, hat seine Entscheidung getroffen. Der Sieger ist das Graubündner Valposchiavo, eine beeindruckende Kooperation der Gemeinden Poschiavo und Brusio. Bei einer umfassenden Begutachtung vor Ort in München hat eine internationale Jury die Teilnehmer bewertet – und Valposchiavo hat die Jury mit seinem hohen gemeinschaftlichen Engagement in über 100 Vereinen und Initiativen überzeugt. Diese Region hat es geschafft, junge Menschen zur Rückkehr zu bewegen und bietet eine hohe Lebensqualität, die durch Kultur, Bildung, Digitalisierung, Innovation und sanften Tourismus geprägt ist.

Aber das ist noch nicht alles! Neben Valposchiavo haben sieben weitere Teilnehmer die begehrte Kategorie „Gold“ erreicht. Gold wird an Teilnehmer vergeben, die nachhaltige und innovative Projekte zur Bewältigung aktueller Herausforderungen umsetzen. Auch zwei österreichische Teilnehmer haben es auf das Podest geschafft: Bad Traunstein in Niederösterreich und Lans in Tirol wurden ebenfalls mit „Gold“ ausgezeichnet. Kleinzell aus Oberösterreich und St. Paul in Kärnten erhielten Silber, während Weingraben im Burgenland mit Bronze ausgezeichnet wurde.

Eine Jury mit anspruchsvoller Mission

Die Jury, unter dem Vorsitz von Universitätsprofessorin Nadja Häupl, hatte die anspruchsvolle Aufgabe, die hohe Qualität der Einreichungen zu bewerten. Es wurde festgestellt, dass es zunehmend schwieriger wird, einen Sieger zu küren, was die Vielfalt und den Innovationsgeist der eingereichten Projekte widerspiegelt. Besonders Augenmerk wurde auf den Entwicklungsprozess, die Strategien, die Methodik und die Bürgerbeteiligung gelegt. Das ist nicht nur ein Preis, sondern eine Anerkennung für all jene, die sich aktiv für ihre Gemeinschaft einsetzen.

Die Preisverleihung findet im September 2026 in Kostelní Lhota, Tschechische Republik, statt. Das Event verspricht eine Vielzahl an Exkursionen, Ausstellungen, Workshops und kulturellen Begegnungen. Es ist eine Plattform, um Wissen und Erfahrungen auszutauschen und die Verbindung zwischen den europäischen Dörfern zu stärken.

Ein Blick in die Geschichte des Wettbewerbs

Der European Village Renewal Award wird unter dem Motto „All different. All together“ ausgetragen und ist nun zum 19. Mal ausgeschrieben. Seit 1990 haben rund 440 Dörfer, Gemeinden und interkommunale Allianzen aus 20 europäischen Staaten an diesem Wettbewerb teilgenommen. Ziel ist es, herausragende Erneuerungs- und Entwicklungsprozesse in ländlichen Gemeinwesen zu evaluieren und auszuzeichnen. Die Jury bewertet vor allem umgesetzte Leitprojekte in den Teilnehmerorten, wobei Resilienz, innovativer Charakter und kreative Herangehensweise im Fokus stehen.

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Die Dorferneuerung ist ein staatlich gefördertes Programm, das darauf abzielt, bauliche, verkehrstechnische und kulturelle Verhältnisse in Dörfern zu verbessern. Die Agenda 21 von 1992 dient als Handlungsrahmen für Gemeinden zur Förderung von Nachhaltigkeit. Die ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, die 1989 gegründet wurde und seit 2006 als selbständiger Verein agiert, vereint Politiker, Experten und Wissenschaftler, um die Dorferneuerung in Europa voranzutreiben. Auch die Schweiz ist seit 2008 Mitglied dieser Vereinigung.

Die Herausforderungen, vor denen ländliche Gemeinden stehen, sind vielfältig. Unterschiedliche Schwerpunkte in den Bundesländern zeigen, dass die Ansätze zur Dorferneuerung regional angepasst sind. In Niedersachsen liegt der Fokus auf landwirtschaftlichen Betrieben, während in Hessen die Umnutzung landwirtschaftlicher Bausubstanz im Vordergrund steht. Die Dorferneuerungspläne zielen darauf ab, die ländliche Eigenart zu fördern und die Lebensverhältnisse zu verbessern. Ein intensiver Austausch zwischen den Gemeinden kann hier wertvolle Impulse geben.

So zeigt sich, dass der European Village Renewal Award nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen und lebendigen ländlichen Zukunft ist. Die Erfolge der teilnehmenden Gemeinden sind ein Beweis für das Engagement und die Innovationskraft, die in den ländlichen Regionen Europas stecken.

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