In Traunstein, wo die Almen grüßen und die Luft nach frischem Gras riecht, steht der ehemalige Präsident des Landgerichts im Mittelpunkt eines Prozesses, der sich wie Kaugummi zieht. Am Freitag, den 9. Mai 2026, fand im Gerichtssaal der nächste Termin statt, und es war ein ruhiger Tag – kein Zeuge wurde geladen. Susanne Kempter, die die Münchner Staatsanwaltschaft vertritt, hat schon einige Wechsel in ihrem Team erlebt, denn zwei ihrer Vorgänger, Cornelia Wölk und Martin Salomon, haben bereits das Handtuch geworfen. Die Atmosphäre ist angespannt, und der Prozess wird als langwierig eingeschätzt. Ursprünglich waren vier Verhandlungstage angedacht, doch nun werden wir uns auf drei weitere Termine im Mai und Juni einstellen – all das, während wir auf ein Urteil warten, das frühestens im Juli gefällt wird.

Der Angeklagte, ein 67-jähriger Mann, hat eine beeindruckende Karriere hinter sich. Er begann seine Laufbahn in den 80er Jahren in München und Traunstein, durchlief die Staatsanwaltschaft und wurde letztendlich Präsident des Landgerichts Traunstein. Doch nun steht er vor einer ganz anderen Herausforderung: In erster Instanz wurde er im Juni 2024 zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der Prozess dreht sich hauptsächlich um die Aussagen der Hauptbelastungszeugin, die als S. bezeichnet wird. Ein neutraler Gutachter hat sich bereits in zwei Sitzungen mit ihr auseinandergesetzt und eine Beurteilung erstellt. Dr. Felicitas Fiedler, eine weitere Sachverständige, wird am 18. Mai mehr über S. herausfinden.

Die Belastungen und Vorwürfe

Hier wird es heikel, denn die Verteidigung hat S. als Alkoholikerin dargestellt, deren Aussagen man nicht ernst nehmen könne. An einem besagten Tag soll sie mit dem Angeklagten mehrere Flaschen Hugo und zwei Flaschen Rotwein konsumiert haben. Das ist eine gewaltige Ansage! Hinzu kommt, dass S. seit August 2021 Antidepressiva und Schlafmittel nimmt, was in Kombination mit Alkohol gefährliche Wechselwirkungen hervorrufen kann. Es liegt auf der Hand, dass diese Aspekte die Glaubwürdigkeit ihrer Aussage beeinflussen könnten.

Der Angeklagte selbst beklagt sich über die Belastung, die dieses Verfahren für ihn und seine Familie mit sich bringt. Er betont, dass die mutmaßlich Geschädigte keinen Strafantrag gegen ihn gestellt hat, was die ganze Situation noch bizarrer erscheinen lässt. Außerdem äußert er seine Kritik an der Justiz, da der Strafbefehl gegen ihn öffentlich wurde, was hinter den Kulissen für Aufregung sorgt.

Ein Blick auf die Kriminalitätsstatistik

Inmitten all dieser rechtlichen Turbulenzen gibt es einen Lichtblick – die Kriminalität in Deutschland ist im Jahr 2024 insgesamt um 1,7 % gesunken. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 5.837.445 Straftaten registriert, was einen Rückgang darstellt. Der Hauptgrund? Die Cannabis-Teillegalisierung hat zu einem deutlichen Rückgang der Rauschgiftkriminalität geführt. Interessanterweise wäre ohne diese Entwicklung ein Anstieg der Straftaten im Fünfjahresvergleich zu verzeichnen gewesen.

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Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Die Gewaltkriminalität ist um 1,5 % gestiegen, und das betrifft vor allem Kinder und Jugendliche. Hier wird die Gesellschaft nachdenklich – es gibt eine Verbindung zwischen diesem Anstieg und den psychischen Belastungen sowie sozialen Faktoren, mit denen viele junge Menschen heutzutage kämpfen müssen. Man fragt sich, wie sich diese Entwicklungen auf die Justiz und die Gesellschaft insgesamt auswirken werden.

Wie es mit dem Prozess weitergeht, bleibt abzuwarten. Die kommenden Verhandlungstage könnten neue Wendungen bringen, und die gesamte Region wird gebannt verfolgen, wie sich dieser Fall entwickelt. In der kleinen Stadt Traunstein, wo jeder jeden kennt, wird dieses Thema noch lange Gesprächsthemen liefern.