Heute ist der 5.07.2026 und in Regensburg brodelt die Diskussion um die Herausforderungen, die sich mit einer älter werdenden Belegschaft verbinden. Ein Thema, das nicht nur die Unternehmen betrifft, sondern uns alle, die wir in einem Arbeitsumfeld leben, wo Altersdiskriminierung nach wie vor ein Tabu ist. Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat bereits Maßnahmen wie die Aktivrente ins Leben gerufen, um ältere Menschen länger im Arbeitsmarkt zu halten. Doch ab 60 Jahren wird es für viele oft zur Herausforderung, einen neuen Job zu finden. Man fragt sich, wie es weitergehen soll, wenn das Renteneintrittsalter künftig steigen soll. Eine interessante Frage, oder?

Mathias Möreke, ehemaliger stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei VW, bringt es auf den Punkt: Ein ganzheitlicher Gestaltungsansatz ist notwendig. Und das bedeutet nicht nur, die technischen und ergonomischen Gegebenheiten am Arbeitsplatz zu überdenken, sondern auch die Leistungspolitik und das Gesundheitsmanagement müssen auf den Prüfstand. Das ist eine Menge Holz! Matthias Kempf, Präsident des Bundesverbands der Personalmanager*innen, unterstreicht, dass die Erfahrung älterer Beschäftigter goldwert ist. Die Fähigkeiten, die sie mitbringen – ausgeprägte Arbeitsethik, Kommunikationsgeschick, Loyalität und Verantwortungsbewusstsein – sind unschätzbar.

Diskriminierung trotz Fachkräftemangel

Und hier kommt der Haken: Trotz eines akuten Mangels an Arbeits- und Fachkräften in Deutschland klagen viele Unternehmen über Schwierigkeiten, ältere Arbeitskräfte zu integrieren. Diskriminierung ist ein weit verbreitetes Phänomen. Laut aktueller Berichte berichten über 40% der Bewerber:innen über 60 Jahren von Ablehnungen wegen ihres Alters. Das ist schon ein starkes Stück, oder? Vorurteile über ältere Arbeitnehmer halten sich hartnäckig, obwohl die Erwerbsbeteiligung in dieser Altersgruppe in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist. 2023 lag die Erwerbstätigenquote der 55- bis 65-Jährigen in Deutschland bei fast 75%, was im Vergleich zu 1991, als sie bei rund 38% lag, ein gewaltiger Sprung ist.

Es gibt jedoch einen ernüchternden Aspekt: Die Chancen für ältere Arbeitskräfte, eine neue Stelle zu finden, haben sich kaum verbessert. Auf einen neu eingestellten älteren Mitarbeiter kommen im Schnitt drei Neueinstellungen von jüngeren Kolleg:innen. Bei einer monatlichen Abgangsrate aus Arbeitslosigkeit von nur 3,06% für die Altersgruppe von 55 bis unter 65 Jahren ist das einfach frustrierend. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeitsdauer für diese Altersgruppe lag 2023 bei 51 Wochen. Das sind fast ein Jahr, in dem Menschen auf der Suche nach einer neuen Anstellung sind. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist.

Der Weg zu fairen Chancen

Die Notwendigkeit, Bedingungen zu schaffen, die für alle Altersgruppen gerecht sind, wird immer deutlicher. Arbeitgeber müssen unbedingt die Potenziale altersdiverser Teams nutzen. Altersdiskriminierung darf auf dem Arbeitsmarkt nicht toleriert werden! Wenn wir uns die Statistiken ansehen, ist es erschreckend: 44% der 55- bis unter 65-Jährigen waren 2023 langzeitarbeitslos, viele berichten von Diskriminierungserfahrungen, die sich wie ein Schatten über ihre Bewerbungen legen.

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Ein Ansatz, der diskutiert wird, sind anonymisierte Bewerbungsverfahren, die jedoch oft nicht das grundlegende Problem der Altersbewertung lösen. Und die Personalverantwortlichen müssen sich auch ihrer unbewussten Vorurteile bewusst werden. Ein Einstellungswandel ist dringend nötig, nicht nur in Unternehmen, sondern in der gesamten Gesellschaft. Es ist höchste Zeit, die Erfahrung und Kenntnisse älterer Arbeitskräfte wertzuschätzen. Jeder sollte die Chance haben, sich weiterzubilden und aktiv am Arbeitsleben teilzuhaben, unabhängig vom Alter.

Die Arbeitsmarktpolitik muss dringend umdenken. Empfehlungen wie persönliche Beratungen, Lohnzuschüsse und Informationskampagnen könnten helfen, die Beschäftigungschancen älterer Arbeitskräfte zu verbessern. Denn eines steht fest: Der demografische Wandel wird uns noch lange begleiten, und wir sollten die Ressourcen, die uns ältere Arbeitnehmer bieten, nicht verschenken.

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